| 13. Dezember 2023

Neues Hilfsmittel für kommunale und regionale Energieplanungen

Roland Wagner, Amt für Umweltschutz und Energie

Energieplanungen dienen Gemeinden als Instrumente zur Gestaltung einer zukunftsfähigen Wärmeversorgung. Mit einer Energieplanung kann eine Gemeinde ihren aktuellen Energiebedarf ermitteln, lokale erneuerbare Energieträger identifizieren und Perimeter für thermische Netze mit erneuerbaren Energiequellen bestimmen. Der Kanton unterstützt die Gemeinden hierbei mit einer Vielzahl von Daten und einem neuen Leitfaden, in dem das übliche Vorgehen abgestimmt auf die Möglichkeiten der Gemeinden beschrieben ist.

Bereits 2021 hat sich die «Nordwestschweizer Regierungskonferenz», unter Baselbieter Präsidium und Federführung, zum 50-Jahre-Jubiläum auf eine gemeinsame Klimacharta geeinigt. Darin bekennen sich die fünf Regierungen der Kantone Basel-Stadt, Aargau, Solothurn, Jura und Basel-Landschaft, bis 2050 das Netto-Null Ziel zu erreichen und bis 2025 jeweils eine kantonale Klimastrategie zu erarbeiten. Um das Netto-Null-Ziel zu erreichen, muss das Energiesystem umgebaut werden: Weg von fossilen Energieträgern hin zu CO₂-neutraler Energie. Dieser Umbau fordert Gesellschaft, Bund, Kanton und die Gemeinden gleichermassen heraus.

Der Umbau des Energiesystems dient jedoch nicht nur dem Klimaschutz, sondern verbessert auch die Versorgungssicherheit. Heute beziehen wir den grössten Teil unserer Energieträger aus dem Ausland. Der Ukraine-Krieg mit seinen Folgen für die Energiewirtschaft hat uns diese Abhängigkeit und damit die Verletzlichkeit unseres Systems deutlich vor Augen geführt.

Den Gemeinden fallen mit ihren Kompetenzen in der Raumplanung und ihrer Nähe zur lokalen Bevölkerung eine besonders wichtige Aufgabe zu. Immerhin wird ein grosser Teil des gesamten Endenergieverbrauchs im Kanton für Wärme im Bereich Wohnen benötigt. Der überwiegende Teil hiervon wird heute noch mit Heizöl und Erdgas, den sogenannten fossilen Energieträgern, bereitgestellt. Hier können Gemeinden ansetzen, indem sie diese Transformation des Energiesystems hin zum Netto-Null Ziel planen und auf lokale Gegebenheiten abstimmen. Sie leisten damit einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz und zur Versorgungssicherheit.

Beispiel eines Energieplans (Kommunale Energieplanung Binningen) (Quelle: AUE)

Die Energieplanung ist ein wichtiges Instrument für die Gestaltung dieser Transformation. Gemeinden können nach kantonalem Energiegesetz für ihr Gebiet oder in Zusammenarbeit mit benachbarten Gemeinden für eine Region eine Energieplanung erstellen. Dabei wird die heutige Energieversorgung analysiert, der künftig Bedarf ermittelt und mit den regional vorhandenen Energiepotenzialen koordiniert. Dies, damit die lokalen und umweltverträglichen Energiequellen möglichst optimal genutzt werden. Die Ergebnisse fliessen in den sog. Energieplan, in dem die räumlichen Massnahmen zur Energieversorgung aufgezeigt sind (z.B. Erweiterungsgebiete für Wärmeverbunde, Rückzuggebiete Erdgas). Der dazugehörige Massnahmenkatalog beschreibt die konkreten Massnahmen, deren Ziele, Zuständigkeiten, Schritte und Umsetzung sowie Abhängigkeiten.

Eine wichtige Grundlage für die Erarbeitung einer Energieplanung sind Daten zu den bestehenden Wärmeerzeugungsanlagen in der Gemeinde. Der Kanton stellt den Gemeinden hierfür zahlreiche Grundlagen und Geodaten parzellengenau und kostenfrei zur Verfügung. Zusätzlich können die Gemeinden auf den neuen «Leitfaden kommunale und regionale Energieplanung» als weitere Hilfestellung zurückgreifen. Der Leitfaden erläutert die möglichen Klima- und energiepolitischen Zielsetzungen, die anzuwendenden Planungsinstrumente und den Ablauf der Planung. Der Leitfaden wird bei Bedarf an neue Gegebenheiten angepasst.

Damit Energie bezahlbar bleibt, die Versorgungssicherheit gewährleistet ist und die Umwelt geschützt wird, ist ein tiefgreifender Umbau des gesamten Energiesystems notwendig.