| 13. Dezember 2023

Neue Beleuchtung für das Waldenburgertal

Mario Rechsteiner und Dorit Anderle, art light gmbh

Der Ausbau der Waldenburgerbahn durch die BLT von Schmalspur auf Normalspur führte zu einschneidenden Massnahmen im Bereich der Kantonsstrasse zwischen Liestal und Waldenburg. Das Waldenburgertal hat nicht nur eine neue Bahn erhalten, sondern auch eine vollständig sanierte Kantonsstrasse. Auch die Beleuchtung stand bei den Arbeiten im Fokus.

Die BLT musste das gesamte Schienennetz der Waldenburgerbahn (WB) erneuern. Einerseits war dies altersbedingt notwendig und andererseits wurde die Spurbreite von 75 cm auf 100 cm erhöht. Bis 2021 war die WB die schmalste Schmalspurbahn in Europa. Der Kanton und die Gemeinden nutzten die Chance, Sanierungen an den öffentlichen Infrastrukturen durchzuführen. Davon betroffen waren öffentlichen Einrichtungen wie Bahn-Infrastrukturen, Signalisation, Brückengeländer und Werkleitungen. Der Fachbereich Signalisation des Tiefbauamts hat die gesamte öffentliche Beleuchtung in diesem Abschnitt saniert und sie durch effizientere LED- Leuchten ersetzt.

Die Planung und Umsetzung erfolgte in 14 Teilprojekten in den Jahren 2018 bis 2023. Es wurden insgesamt 209 technische und 128 dekorative Leuchten verbaut, sowie 6’456 km Kabel neu verlegt. Für jeden Teilbereich wurde ein 3-D Berechnungsmodell auf Basis der bestehenden Beleuchtung erstellt. Lichttechnische Berechnungen zeigten, wo die bestehenden Standorte übernommen werden konnten und wo es nötig war, Leuchten zu ergänzen bzw. zu verschieben. Damit konnte eine normgerechte Beleuchtung des Strassenraums gewährleistet werden. Unterschiedliche Lichttechniken in den Leuchtenköpfen ermöglichen es, auf verschiedene räumliche Situationen zu reagieren.

Die Herausforderung für die Lichtplanung bestand vor allem im Bereich der Ortskerne durch den begrenzten Raum, die gewachsenen baulichen Strukturen, sowie die Verbindung von Strasse und Bahnlinie. Es gab daher in vielen Bereichen Einschränkungen beim Anpassen oder Ergänzen von Leuchten. So war es hilfreich, dass Leuchten auch an Fahrleitungsmasten der BLT angebracht werden konnten.

Beleuchtung in Oberdorf vor den Bauarbeiten (Quelle: TBA)

Beleuchtung in Oberdorf nach den Bauarbeiten (Quelle: TBA)

Um die Lichtimmissionen so gering wie möglich zu halten, wurde in den Ortschaften an kritischen Stellen auch die vertikale Beleuchtungsstärke auf den Fassaden geprüft. Wo nötig, wurden Leuchten mit einer ergänzenden Technik ausgestattet, um die Lichtabstrahlung zu begrenzen.

Die Leuchten in den Ortskernen sollte grundsätzlich ihren dekorativen Charakter behalten. So wurden die bestehenden Glockenleuchten durch eine zeitgemässe LED-Leuchte mit einer runden Form und ähnlicher Höhe (fünf bis sechs Meter) ersetzt. Ausserhalb der Ortskerne werden technische Leuchten mit einer Höhe von acht bis zehn Meter eingesetzt.

Alle Leuchten sind mit einer warmweissen Lichtfarbe (3000°K) ausgeführt. Die gesamte Beleuchtung ist mit einer Steuerung gemäss Stand der Technik ausgestattet. Jede Leuchte besitzt ein Funkmodul, das unterschiedliche Optionen bietet. Aktuell wird das Beleuchtungsniveau nachts in zwei Stufen abgesenkt, um Immissionen und Energieverbrauch möglichst gering zu halten. Durch die Sanierung der Leuchten konnte der Energieverbrauch um rund 60 Prozent reduziert werden.