Amt für Industrielle Betriebe | 16. Dezember 2019

Elbisgraben: Metallrückgewinnung aus KVA-Schlacke

Heinz Schaub, Amt für Industrielle Betriebe

Die schweizerische Abfallverordnung schreibt vor, dass vor der Deponierung die in der Schlacke enthaltenen partikulären Nichteisenmetalle zurückgewonnen werden müssen. Des-halb hat das Amt für Industrielle Betriebe (AIB) auf der Deponieanlage Elbisgraben eine Anlage zur Rückgewinnung von Nichteisenmetallen gebaut.

Durch die Verbrennung von Abfällen in einer Kehrichtverbrennungsanlage (KVA) wird die Abfallmasse um rund 78 Prozent reduziert. Nach dem Verbrennungsprozess bleiben 19 Prozent KVA-Schlacke und 3 Prozent Filterasche zurück. Diese wird in Untertagedeponien im Ausland entsorgt. Die brennbaren Abfälle aus dem Kanton Basel-Landschaft gehen zum grössten Teil in die KVA Ba-sel, welche von den Industrielle Werke Basel (IWB) betrieben wird. Die Schlacke aus der KVA Ba-sel wird grösstenteils in die Deponieanlage Elbisgraben geliefert. Jährlich sind dies rund 32'000 Tonnen. Die restliche Menge geht auf die Deponie Scheinberg im Landkreis Lörrach. Dies, weil in der KVA Basel auch Abfälle aus dem Landkreis Lörrach verbrannt werden.

Wartungsarbeiten am Brecher (Maschine zur Zerkleinerung von stückigem Material) (Quelle: AIB)

Die Schlacke aus der KVA enthält rund 10 Prozent Metalle. Davon bestehen zirka 7 Prozent aus magnetischen Eisen-Stahlteilen (FE) und etwa 3 Prozent aus sogenannten Nichteisenmetallen (NE) wie Aluminium, Kupfer, Messing, usw. Die schweizerische Abfallverordnung (VVEA) definiert, dass vor der Deponierung die in der Schlacke enthaltenen partikulären Nichteisenmetallen zurückgewon-nen werden müssen. Der Restgehalt an partikulären Nichteisenmetallen in der behandelten Schla-cke darf maximal 1 Prozent (Masse) betragen.  

Um die gesetzlichen Vorgaben einzuhalten, hat das Amt für Industrielle Betriebe (AIB) auf der De-ponie Elbisgraben eine Anlage zur Rückgewinnung von Nichteisenmetallen gebaut. Sie wurde An-fang September 2019 in Betrieb genommen und gleichzeitig auf ihre Leistung getestet. Der gefor-derte Restgehalt an Nichteisenmetallen wurde bei Weitem erreicht. Ein unabhängiger Fachexperte hat den Test begleitet und ausgewertet. Mit einem Nichteisen-Restgehalt von 0,22 Prozent wurde ein Spitzenwert erzielt. Vergleichbare Anlagen in der Schweiz liegen bei 0,32 Prozent, bzw. 0,48 Prozent Nichteisen-Restgehalt in der Schlacke. Dank neuartigem Anlage-Prinzip und optimaler Um-setzung des Lieferanten blickt das AIB zuversichtlich in die Zukunft.

Die Anlage zur Metallrückgewinnung aus der Vogelperspektive (Quelle: AIB)

Die Rückgewinnung von Metallen aus der KVA-Schlacke schneidet ökologisch besser ab, als der Abbau von Metallerzen in Bergwerken und Minen. So benötigt beispielsweise die Herstellung von Aluminium aus Bauxit ("Aluminiumerz") ein Vielfaches an Energie, verglichen zum Aluminium-Recycling. Beim Aluminium-Recycling sind Energie-Einsparungen von bis zu 95 Prozent möglich. Das rezyklierte Aluminium ist von neu hergestelltem nicht zu unterscheiden. Gleiches gilt auch für andere Nichteisenmetalle, welche aus der Schlacke rezykliert werden.