Loeben | 31. Oktober 2016

NEUER BELAG AUF DER A18 – FÜR WENIGER LÄRM

Wolf-Henrik von Loeben

DIE A18 IST EINE DER AM STÄRKSTEN BELASTETEN STRASSEN DES KANTONS BASEL-LANDSCHAFT. ABSCHNITTSWEISE WIRD SIE DURCHSCHNITTLICH VON MEHR ALS 50‘000 MFZ/24 UHR BEFAHREN. ALS TEIL EINES LAUFENDEN LÄRMSANIERUNGSPROJEKTS WURDEN AUF DER A18 VERSCHIEDENE MASSNAHMEN ZUSAMMEN MIT SANIERUNGSARBEITEN BEREITS UMGESETZT.

Die Bauarbeiten in Fahrtrichtung Basel starteten im Sommer 2015 und konnten ohne Spurabbau durchgeführt werden. Mitte Januar 2016 haben die Arbeiten in Fahrtrichtung Delémont wieder begonnen.

Das Lärmsanierungsprojekt umfasst sämtliche Massnahmen von Lärmschutzfenstern über Lärmschutzwände bis zum Emissionsort, dem Strassenbelag. Als Hauptmassnahme des Lärmsanierungsprojekts auf der kantonalen Autobahn A18 wird der bestehende Asphaltbelag, dessen Lebensdauer abgelaufen ist, auf einer Länge von mehreren Kilometern durch einen neuen lärmmindernden Porenasphalt («Flüsterasphalt») ersetzt.

Um die Beeinträchtigungen zeitlich zu begrenzen, wurde das Projekt als Gesamterhaltungsmassnahme für den Abschnitt Reinach Süd bis Muttenz Süd konzipiert. Neben dem neuen Asphaltbelag werden auch Sanierungs- und Modernisierungsarbeiten am Entwässerungssystem und kleinere Sanierungen an den vorhandenen Kunstbauten und Stützmauern durchgeführt.

Voller Einsatz für weniger Lärm auf der A18. (Quelle: TBA)

Neue Anlage für Strassenwasser
Das Strassenabwasser der A18 fliesst über Ölabscheider in die Birs. Das Entwässerungskonzept sieht vor, einen Grossteil des Strassenabwassers künftig in eine Strassenabwasserbehandlungsanlage (SABA) am Anschluss Muttenz Süd zu leiten. Die neue Anlage wird im Rahmen des Schänzli-Projekts erstellt. Hierfür werden zwei Ölabscheider, die sich jeweils neben der A18 befinden, zu Pumpstationen umgebaut. Diese Ölabscheider sorgen heute dafür, dass das Strassenabwasser, das bisher in die Birs geleitet wird, kein Öl enthält. Der Umbau der Ölabscheider erfolgt, sobald die SABA des Schänzli-Projekts fertig gestellt ist.

Um die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer zu verbessern, wird die alte Mittelleitschranke durch eine Betongleitwand ersetzt. Auf der A18 von Muttenz bis Reinach wurden bereits Verkehrskameras installiert, damit die Verkehrsleitzentrale die Verkehrslage von Sissach aus beurteilen und die Polizei im Ereignisfall schnell reagieren kann.

Reparaturarbeiten und Einbau von Flüsterbelag
Zahlreiche Reparaturen waren und sind noch nötig, um die Lebensdauer der Kunstbauten und Stützmauern zu gewährleisten. Die Hauptarbeit besteht darin, die Schadstellen in Betonflächen zu finden und diese fachgerecht zu sanieren. Hierzu wird beispielsweise loser Beton entfernt und neu reprofiliert, d.h. mit Reparaturbeton gefüllt. Anschliessend erhalten die Elemente eine Hydrophobierung – eine wasserabweisende Imprägnierung –, um den Beton besser vor Umwelteinflüssen, wie z.B. Streusalz, zu schützen. Die alten Betonelemente der Lärmschutzwand Reinacher Heide waren ebenfalls schon stark durch Witterung und Streusalz angegriffen und sind im Rahmen des Projekts  durch moderne, leichte Aluminiumelemente ersetzt worden.

Beim eingesetzten Asphalt handelt es sich um einen Porenasphalt mit Hohlraumgehalt, der auch als Flüsterasphalt bezeichnet wird. Der Hohlraumgehalt ist notwendig, um den Schall zu schlucken bzw. gar nicht erst entstehen zu lassen. Um den wasserdurchlässigen Porenasphalt nach unten abzudichten, wurde ein Dünnschichtbelag (Microsil) als Unterlage eingebaut. Diese Zwischenschicht, die nur 10 Millimeter dick ist, wurde in mehreren Nachteinsätzen eingebaut. Die Zwischenschicht konnte dann jeweils wenige Stunden später wieder für den Verkehr freigegeben werden. Für die Qualität ist es sogar förderlich, wenn dieser Dünnschichtbelag von Fahrzeugen überrollt wird.

Auf einer Länge von rund 700 Metern ist die Bauweise mit Dünnschichtbelag und Porenasphalt allerdings nicht möglich. In der Grundwasserwanne Hofmatt wird zum ersten Mal im Kanton Basel-Landschaft ein lärmarmer Gussasphalt eingesetzt, der die Lärmreduzierung über eine besondere Oberflächenstruktur erreicht.

Gussasphalteinbau in der Grundwasserwanne «Hofmatt». (Quelle: TBA)

Neuer Deckbelag in Fahrtrichtung Delémont
Die Bauarbeiten in Fahrtrichtung Basel starteten im Sommer 2015. Diese konnten ohne Spurabbau durchgeführt werden. In den 17 Wochen Bauzeit haben sich wenige Personen über die Verkehrssituation beklagt. In Anbetracht der etwa 4,2 Millionen Menschen, die die Baustelle in diesem Zeitraum passiert haben, kann zusammengefasst werden, dass die Arbeiten zufriedenstellend abgelaufen sind und dass die eine oder andere Verbesserung mit in die nächste Etappe genommen werden konnte.

Die Arbeiten in Fahrtrichtung Delémont haben am 18. Januar 2016 wieder begonnen. Der neue Deckbelag in diese Richtung wurde zum grössten Teil im Sommer eingebaut. Die letzte Etappe folgt im Oktober. Das bedeutet, dass es für alle Projektbeteiligten ungeachtet der Temperaturen noch einmal ein heisser Herbst wird.

Das Lärmsanierungsprojekt A18 ist eines der vielen Projekte, die seit mehreren Jahren mit dem des Bundesamts für Strassen (Projekt «Schänzli») sowie den Nachbarkantonen und den angrenzenden Gemeinden intensiv koordiniert werden.