Tiefbauamt | 31. Oktober 2016

FUSSGÄNGERSTREIFEN AUF IHRE SICHERHEIT ÜBERPRÜFT

Nicoletta Hamann, Roman Bergamin Tiefbauamt

IM WINTERHALBJAHR 2011/2012 HABEN SICH IN DER SCHWEIZ ZAHLREICHE VERKEHRSUNFÄLLE MIT FUSSGÄNGERN AUF FUSSGÄNGERSTREIFEN EREIGNET. DIES HAT INSBESONDERE IN DEN MEDIEN EINE WELLE DER ENTRÜSTUNG AUSGELÖST, WORAUF AUCH ZAHLREICHE ANFRAGEN BEI DER POLIZEI UND BEIM TIEFBAUAMT EINGEGANGEN SIND.

Fachstellen der Polizei und des Tiefbauamtes haben beschlossen, eine flächendeckende Überprüfung der Fussgängerstreifen auf den Kantonsstrassen vorzunehmen. Dies auch aufgrund zweier Postulate im Landrat, welche mehr Sicherheit auf Fussgängerstreifen forderten. Das Kantonsstrassennetz umfasst rund 530 Fussgängerstreifen. Um diese möglichst effizient und einheitlich beurteilen zu können, wurde ein Beurteilungsbogen erstellt. Anhand dieses Beurteilungsbogens wurde jeder einzelne Fussgängerstreifen vor Ort mit Hauptaugenmerk auf Beleuchtung, Sichtverhältnisse, Signalisation und Markierungszustand überprüft.

In einem nächsten Schritt wurden das Resultat sowie das weitere Vorgehen anlässlich mehrerer Sitzungen mit der Polizei besprochen. Bei 99 der insgesamt rund 530 Fussgängerstreifen hat sich gezeigt, dass kleinere wie auch grössere Optimierungsmassnahmen notwendig sind. Die Hauptprobleme sind vor allem ungenügende Sichtverhältnisse aufgrund sichtbehindernder Vegetation oder sonstige mehr oder weniger „statische“ Elemente wie Mauern, Zäune, Parkplätze, Plakate usw. Nur in wenigen Fällen wies die Strasseninfrastruktur, sprich die Beleuchtung, Signalisation oder Markierung ein klares Defizit auf.

Um dem Problem der stets nachwachsenden Vegetation nachhaltig begegnen zu können, wurden die zuständigen Stellen für Grünpflege beim Tiefbauamt entsprechend auf die Problematik sensibilisiert. lm Bereich der Fussgängerstreifen wird nun ein erhöhtes Augenmerk auf die Vegetation gelegt. Hecken sowie Sträucher werden künftig vermehrt und stärker zurück geschnitten oder gar ganz entfernt.

Vorher: Durch die Parkierung bis an den Fussgängerstreifen links, war der Warteraum für die Fahrzeuglenkenden nicht einsehbar. (Quelle: TBA)

Auch verkehrstechnische Massnahmen, wie z.B. das Aufheben von Parkplätzen oder das Anbringen einer Mittelinsel waren notwendig, um die Sicherheit zu verbessern. Besonders wenn Parkplätze aufgehoben wurden, sorgte dies im sensiblen Agglomerationsraum nicht immer für Begeisterung. Daher war bei allen „einschneidenden“ Massnahmen der Einbezug der betroffenen Gemeinden oder privaten Parzellenbesitzer wichtig.

Fussgängerzählungen sowie das Erfassen der bevorzugten Querungsstelle wurden an jenen Örtlichkeiten durchgeführt, bei welchen die Lage bzw. die Notwendigkeit des Fussgängerstreifens in Frage gestellt wurde. Lediglich in drei Fällen war das Aufheben des Fussgängerstreifens angezeigt, da diese nur sehr schwach benutzt wurden und eine Aufhebung als sicherste Lösung erschien. Die zum Teil vorhanden Schutzinseln sowie die Beleuchtung wurden belassen, damit Fussgänger die Strasse weiterhin sicher überqueren können. In Rund 20 Fällen konnten die vorgesehenen Massnahmen im Rahmen von anstehenden Instandstellungsprojekten des Tiefbauamts realisiert werden.

Nachher: Im Rahmen des Instandsetzungsprojekts konnte der Warteraum nun einsehbar gemacht werden und zudem eine Schutzinsel errichtet werden. (Quelle: TBA)

Die umfangreiche und aufwendige Überprüfung der Fussgängerstreifen auf den Kantonsstrassen hat sich gelohnt. Die bestehenden Fussgängerstreifen konnten insgesamt sicherer gemacht werden. Erfreulicherweise zeigen die Unfallauswertung der letzten Jahre, dass im Kanton Basel-Landschaft eine stetige Abnahme der Fussgängerunfälle auf Fussgängerstreifen registriert wurde. 

Diese positive Tendenz ist natürlich nicht allein der infrastrukturellen Ausgangslage geschuldet. Andere Faktoren wie die Weiterentwicklung der Fahrzeugtechnologie mit immer besseren Assistenzsystemen, aber auch die allseits bekannten Präventionskampagnen der Partnerorganisationen unterstützen den positiven Trend in erheblicher Form.

Leider gibt es immer wieder Strassennutzer, welche durch Fehlverhalten oder durch Unachtsamkeit gefährliche Situationen oder gar Unfälle in Kauf nehmen oder provozieren. So wird es leider auch künftig immer wieder zu Fussgängerunfällen kommen, bei welchem der Fussgängerstreifen als „negatives Schlagwort“ herhalten muss.