Amt für Industrielle Betriebe | 11. Dezember 2020

Das Amt für Industrielle Betriebe optimiert seine Organisation

Pascal Hubmann, Amt für Industrielle Betriebe

Im Frühling 2020 hat das Amt für Industrielle Betriebe (AIB) nach intensiver Vorbereitung die Fusion der beiden «mobilen» Teams für den Betrieb der lokalen ARA und den Betrieb der Siedlungsentwässerung vollzogen. Die neue Abteilung heisst «Siedlungsentwässerung und Lokale». Daraus ergeben sich wesentliche operative und personelle Synergien.

Mit der technischen Entwicklung ähneln sich die Aufgaben bei den lokalen ARA und bei der Siedlungsentwässerung immer mehr. Daher ist es wichtig, Doppelspurigkeiten zu vermeiden. Hinzu kommt, dass die Anlagen auf das ganze Kantonsgebiet und darüber hinaus verteilt sind, was einen entsprechend grossen Fahr- und Logistikaufwand bedeutet. Oft liegen ein Mischwasserbecken oder ein Pumpwerk in unmittelbarer Nähe zu einer lokalen ARA. So kam es vor, dass sich Kollegen der beiden Teams wegen ähnlicher Reiseziele auf der Strasse zuwinken konnten. Auch deshalb war ein Zusammenführen der beiden Einheiten nötig.  

Über die letzten Jahrzehnte haben sich die Anforderungen an die Mitarbeitenden aufgrund des technischen Fortschritts laufend verändert. So sind der Betrieb und die Überwachung eines Mischwasserbeckens zunehmend mit ähnlichen Tätigkeiten und Anforderungen verbunden, wie dies bei lokalen Kläranlagen der Fall ist.  

Ein weiterer wesentlicher Grund für das Vorhaben ist die Konzentrationsstrategie des AIB: Die lokalen ARA werden aufgehoben, wenn auf einer Anlage umfangreiche Sanierungsmassnahmen notwendig werden. Das Abwasser wird danach in einer neu erstellten Leitung zur nächsten regionalen ARA geführt. Bei diesem Prozess werden die Aufgaben für das Team lokale ARA weniger, dafür wird das Portfolio der Siedlungsentwässerung grösser, weil laufend neue Mischwasserbecken und Kanäle dazukommen. Nimmt die Anzahl lokaler ARA ab, muss auch das Team verkleinert werden, was schliesslich zu dessen Aufhebung führt. 

Der Fusionsprozess wurde vor fast fünf Jahren initiiert. Mittlerweile ist die Fusion der beiden Teams umgesetzt und die Bedenken bei den Mitarbeitenden sind verschwunden. Das ist sicher auch darauf zurückzuführen, dass sich die Beteiligten bei der Umsetzung zu einem grossen Teil einbringen konnten: etwa bei den Umbauvorhaben oder der Ausgestaltung der zusammengelegten Werkstatt. Zudem wurde mit Daniel Fries die richtige Besetzung für die Stelle als Betriebsleiter gefunden. Er bringt die nötigen Erfahrungen und Fertigkeiten mit, ein Team mit «mobilen» Mitarbeitern aufzubauen und zu führen.  

Daniel Fries ist der neue Betriebsleiter der Abteilung Siedlungsentwässerung und Lokale. (Quelle: AIB)

Mit der Reorganisation können die anstehenden Herausforderungen durch das AIB optimal bewältigt werden. Ein weiterer positiver Aspekt betrifft das Personal. Einerseits wird die Arbeit für die Mitarbeitenden im Sinne eines «Jobenrichments» interessanter, anderseits können Arbeitskräfte eingespart werden. Dabei kommt es zu keinen Entlassungen, weil der Mitarbeitende für andere Aufgaben eingesetzt werden kann.

Neben den regionalen grösseren Kläranlagen und den Deponien Elbisgraben und Höli betreibt das AIB 20 kleine, unbemannte lokale ARA sowie das Netz für die Siedlungsentwässerung. Zum Netz gehören 175 km Kanalisation, 40 Mischwasserbecken, sieben Abwasserpumpwerke, 120 Entlastungsbauwerke und 4‘500 Schächte und Sonderbauwerke. Der Wiederbeschaffungswert dieser Infrastrukturbauten inkl. der lokalen ARA liegt bei rund 700 Millionen Franken.