Tiefbauamt | 17. August 2020

Neue Fuss- Und Velobrücke über die Birs für Zwingen

Armin Schmauss, Tiefbauamt

Das kantonale Radroutennetz im Laufental wird sukzessive ausgebaut und optimiert. Bislang verlaufen einige Abschnitte noch auf der stark befahrenen A18, wo die Route trotz bestehender Velostreifen eine Herausforderung für den Veloverkehr darstellt. Aus diesem Grund soll die Route, wo immer möglich, abseits der Hauptstrasse geführt und auch attraktiver gestaltet werden. Ein Kernstück der neu ausgebauten Radroute ist eine Brücke für den Fuss- und Veloverkehr über die Birs in Zwingen.

Die Laufentaler Radroute zwischen Grellingen und Liesberg wurde bereits 2011 in einer umfangreichen Variantenstudie untersucht. Zwischenzeitlich wurden die Abschnitte «Zwingen – Laufen» und «Laufen – Bärschwil» auf optimierte Wege entlang der SBB verlegt. Nun ist die touristische Radroute nicht nur deutlich sicherer, sondern auch attraktiver. Ausserdem wurde die für Schüler und Pendler wichtige Verbindung zwischen Zwingen und Brislach ausgebaut. Hingegen musste der Bau eines abgetrennten Velowegs zwischen dem Eggfluetunnel und Zwingen aufgrund mehrerer Einsprachen und zwischenzeitlicher Übernahme der A18 durch den Bund vorläufig sistiert werden. 

Die Planung bzw. der Bau einer neuen Birsbrücke für den Fuss- und Veloverkehr in Zwingen hat eine mindestens zehnjährige Vorgeschichte. Zwischen dem Schulareal und dem Strengenfeld wurde Ende der 1970er-Jahre eine schmale Fussgängerbrücke gebaut, welche vorwiegend die Wohngebiete im Osten von Zwingen an die Schulen und den Bahnhof anbinden sollte. Inzwischen war die Brücke stark sanierungsbedürftig und genügte den aktuell geltenden Anforderungen an den Hochwasserschutz nicht mehr. Die Gemeinde Zwingen musste die Brücke entweder sanieren oder durch einen Neubau ersetzen. 

Die alte Fussgängerbrücke mit Blick auf die Sportplätze und das Schulareal. (Quelle: TBA)

Das Tiefbauamt des Kantons Basel-Landschaft hatte anhand der Variantenstudie aus dem Jahr 2011 im Bereich der alten Brücke ein Teilstück der neuen Radroute ausgewiesen. Dementsprechend sollte mit der Gemeinde das weitere Vorgehen aufgegleist werden. Allerdings wurde das Vorhaben durch Debatten um den optimalen Standort verzögert. Zudem war der Standort aufgrund der Nähe zu einer Grundwasserschutzzone heikel und planerisch anspruchsvoll.  

Um die Sanierung zu sichern, nahm der Kanton die Massnahme in das Agglomerationsprogramm und in die Ausgabenbewilligung für die Fertigstellung des kantonalen Radroutennetzes auf. Ende 2017 stimmte die Gemeinde schliesslich zu, das Projekt unter den finanziellen Voraussetzungen, und einem vereinbarten Kostenteiler zwischen Kanton und Gemeinde, weiterzuverfolgen. Eine separate Machbarkeitsstudie hatte zwischenzeitlich ergeben, dass die Sanierung der Brücke sehr aufwendig gewesen wäre und die Kostenbeteiligung an einem Neubau keine wesentlichen Mehrkosten für die Gemeinde gegenüber einer Sanierung bedeutet. 

Künftige Linienführung der Radroute und Lage der neuen Brücke. (Quelle: TBA)

Die Kosten für die neue Brücke und den Ausbau der zuführenden Velowege sind mit rund 1,3 Millionen Franken veranschlagt. Ende April haben die Arbeiten begonnen und voraussichtlich Ende September 2020 ist die Brücke fertiggestellt. Der Abriss der alten Brücke und der Neubau fanden vorwiegend in den Sommerferien statt, damit die Schülerinnen und Schüler möglichst nicht eingeschränkt waren. Sobald die neue Verbindung steht, kann auch die kantonale und touristische Radroute «Grellingen / Laufen / Brislach» verlegt werden. Sie führt dann nicht mehr über die Baselstrasse, den Kreisverkehr und die Brücke für den motorisierten Verkehr, sondern via Grienweg – Weidenweg über die neue Fuss- und Velobrücke zum Friedhofweg und knüpft dort an die Hinterfeldstrasse an. Damit auch der Abschnitt der Radroute bis zum Bahnhof velofreundlich gestaltet werden kann, sind in späteren Etappen eine Linienführung über die August-Cueni-Strasse und abschnittsweise Velostreifen auf der Hinterfeldstrasse geplant.