Lufthygieneamt beider Basel | 17. August 2020

Luftqualität 2019: heisser Sommer – hohe Ozonwerte

René Glanzmann, Lufthygieneamt beider Basel

Der heisse und sonnige Sommer 2019 hat in der Nordwestschweiz zu hohen Ozonwerten geführt. Bei den Luftschadstoffen Stickstoffdioxid und Feinstaub konnte ein leichter Rückgang festgestellt werden, wobei die Grenzwerte an verkehrsreichen Standorten nach wie vor überschritten wurden. 

Heisse Sommer haben hohe Ozonwerte zur Folge. (zVg)

Stickstoffdioxid (NO2) – leicht geringere Belastung 
Die Belastung mit Stickstoffdioxid ist im Jahr 2019 im Vergleich zum Vorjahr leicht zurückgegangen. Dennoch wird der Jahresgrenzwert von 30 Mikrogramm pro Kubikmeter (µg/m3) an stark befahrenen Strassen in den Städten und an der Autobahn deutlich überschritten. So auch an der A2 in der Hard mit 41 µg/m3 oder an der Feldbergstrasse in Basel mit 44 µg/m3. An den weniger verkehrsexponierten Lagen und auf dem Land wird er seit einiger Zeit eingehalten (z.B. in Sissach mit 15 µg/m3 oder am St. Johanns-Platz in Basel mit 23 µg/m3). Der Tagesgrenzwert von 80 µg/m3 wurde wie im Vorjahr an keiner Station überschritten.  

Feinstaub (PM10 und PM2.5) – Grenzwert bei der gröberen Fraktion eingehalten
Vom Feinstaub werden heute aus lufthygienischer Sicht zwei Grössenfraktionen beurteilt. PM ist englisch und steht für «Particulate Matter». Eine Fraktion umfasst die gröberen Partikel bis zu einem Durchmesser von 10 µm, die andere Fraktion die feineren Teile bis 2.5 µm. 
Der Jahresgrenzwert der Luftreinhalte-Verordnung für Feinstaub PM10 von 20 µg/m3 wurde zum ersten Mal an sämtlichen Messstandorten eingehalten, wenn auch nur knapp an den verkehrsreichen Lagen: Basel Feldbergstrasse 19 µg/m3 oder A2 Hard 17 µg/m3. Anders verhält es sich für den feineren Anteil PM2.5: Der Jahresgrenzwert von 10 µg/m3 wird insbesondere an verkehrsreichen Orten nach wie vor überschritten (Feldbergstrasse: 14 µg/m3) und in ländlichen Gebieten nur knapp eingehalten (Sissach: 9 µg/m3).  

Ozon (O3) – anhaltende Überschreitung des Grenzwertes 
In der Troposphäre (unterste Schicht der Erdatmosphäre) wird Ozon unter Einwirkung von Sonnenlicht aus den Vorläufersubstanzen «flüchtige organischen Verbindungen» (VOC) und Stickstoffdioxid (NO2) gebildet. Je mehr VOC und NO2 in der Luft sind und je stärker die Sonne scheint, umso mehr Ozon wird gebildet. Erhöhte Lufttemperaturen begünstigen zudem die chemischen Reaktionen. 

Wetterbedingt kam es im Vergleich zum Vorjahr zu einer geringeren Anzahl Stunden über dem Grenzwert von 120 µg/m3 (kürzere, dafür heissere sommerliche Hitze-Phasen). Die Vorgabe der Überschreitung des Grenzwertes während maximal einer Stunde im Jahr wird überall massiv überschritten (150 – 400 Stunden >120 µg/m3). (Quelle: LHA)

Im Sommer 2019 fielen die Phasen mit langandauernden, hohen Temperaturen im Vergleich zum Vorjahr kürzer aus. Dadurch wurde an allen Standorten ein Rückgang der Anzahl Stunden über dem Grenzwert von 120 µg/m3 registriert. Die maximalen Stundenmittelwerte haben sich aufgrund der kurzfristig sehr heissen Temperaturen allerdings leicht erhöht (Sissach 196 µg/m3, St. Johanns-Platz 185 µg/m3, Chrischona 175 µg/m3). 

Der gemeinsame Jahresbericht der nordwestschweizer Kantone basiert auf den Daten des Lufthygieneamtes beider Basel (LHA), sowie den Umweltämtern der Kantone AG, BE, JU und SO, welche im Bereich Luftqualität eine enge Zusammenarbeit pflegen. Er ist im Internet abrufbar.