Zwischenbericht: Ressourcenprojekt Leimental auf gutem Weg

Nadine Konz, Amt für Umweltschutz und Energie

Mit dem Ressourcenprojekt Leimental soll der Eintrag von Pflanzenschutzmittel (PSM) von landwirtschaftlich genutzten Flächen und Höfen in die Gewässer nachhaltig reduziert werden. Die Arbeiten des vierten Projektjahres sind abgeschlossen und zur Halbzeit liegen erste erfolgversprechende Erkenntnisse vor.

Das Projekt soll aufzeigen, welche Methoden innerhalb der landwirtschaftlichen Praxis zu einem erfolgreichen Gewässerschutz führen. Der Massnahmenkatalog beinhaltet vertiefte Fortbildungen, betriebliche Verfahren auf den Flächen, sowie bauliche Massnahmen auf den Höfen. Die Landwirte nehmen freiwillig am Projekt teil. Es werden Beratungsgespräche mit den Landwirten durchgeführt, Felddemonstrationen organisiert, Weiterbildungskurse finanziert und Experten für Diskussionsrunden eingeladen. Die Veranstaltungen werden gut besucht.

Flächen, die früher wegen intensiven Bearbeitungen und damit Bodenverdichtungen zu massiven Einträgen von Pflanzenschutzmitteln in die Gewässer geführt haben, werden seither reduziert bearbeitet, dauerhaft begrünt und mit weniger Pflanzenschutzmitteln behandelt. Deshalb haben sich erstmals keine Abschwemmungsspuren mehr gezeigt. Insgesamt wurden auf rund 120 Hektaren Massnahmen zur Verbesserung der Situation umgesetzt. Dies entspricht rund der Hälfte der im Projektgebiet landwirtschaftlich genutzten Fläche. Da die Bearbeitungserfolge dieser Massnahmen durch die anderen Landwirte erkannt wurden, sind für die kommenden Jahre auf weiteren Flächen reduzierte Bodenbearbeitung, Begrünungen und Verzicht von Pflanzenschutzmitteln geplant. Damit kann zum künftigen Projektabschluss mit nachweisbaren Erfolgen in den Gewässern gerechnet werden.

Die Felddemonstration des autonomen Geräteträgers Flunick im Juni 2019 ist bei vielen Landwirten auf grosses Interesse gestossen. (Quelle: AUE)

Die gesammelten Erfahrungen zum Umgang und Wirkung von Anlagen zur Reinigung von pflanzenschutzmittelhaltigen Abwassern haben sich inzwischen in der ganzen Schweiz bewährt. Der Bund stellt für deren Realisierung seit 2020 finanzielle Unterstützung zur Verfügung. Aus diesem Grund hat das AUE im ganzen Kanton bis 2023 Betriebskontrollen und -beratungen dort vorgesehen, wo die Entsorgung von PSM-haltigem Waschwasser bisher nicht bekannt oder geregelt ist. Mittelfristig kann auch ausserhalb des Projektgebietes erwartet werden, dass weniger pflanzen-schutzmittelhaltiges Abwasser in die Gewässer gelangen wird. 

Das vom AUE durchgeführte Ressourcenprojekt Leimental (RPL) ist Teil des Nationalen Aktionsplans Pflanzenschutzmittel und wird zu 80 Prozent vom Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) finanziert.

Biofilter-Anlage im Gebiet des Ressourcenprojektes. Die Biofilteranlage wurde im Frühjahr 2020 zur Reinigung von Brühresten und Waschwasser realisiert. (Quelle: AUE)