
Liebe Leserin, lieber Leser
Kreislaufwirtschaft ist längst mehr als ein Schlagwort. Die heutige Zeit fordert uns heraus, mit Materialien sorgfältiger umzugehen und Bestehendes kreativ weiterzudenken. Genau darum geht es auch in dieser Ausgabe der Bau- und Umweltzeitung: Beispiele, die zeigen, wie aus Altem Neues entstehen kann. Die Holzhalle auf dem Areal der ARA Füllinsdorf wurde neu durchdacht. Das Amt für Industrielle Betriebe hat gemeinsam mit der Berner Fachhochschule nach neuen Nutzungsmöglichkeiten gesucht. Während vier Tagen entwickelten 20 Studierende Ideen – von mobilen Raumeinheiten über temporäre Arbeitsräume bis zu Info- und Besucherpavillons. Lesen Sie mehr auf Seite…
Auf Seite … begleiten wir den Lernenden Joscha Mahrer vom Tiefbauamt auf die Baustelle. Er gibt einen Einblick in seinen Arbeitsalltag, der weniger von Hightech als von handwerklichem Können geprägt ist: Mit bewährten Werkzeugen, viel Sorgfalt und körperlichem Einsatz entstehen präzise Zufahrten und belastbare Asphaltflächen.
Wie die Verwaltung den digitalen Wandel gestaltet, erklärt Angelika Albrecht, Leiterin Digitale Transformation & Informatik in der BUD. Sie erzählt auf Seite… wie digitale Projekte vorankommen, Prozesse weiterentwickelt werden und der Austausch von Daten und Informationen innerhalb der Verwaltung reibungslos funktioniert.
Eine besondere Herausforderung bleibt der Umgang mit der invasiven Ameisenart Tapinoma nigerrimum. Die aus Südeuropa stammenden Tiere bilden grosse Kolonien und können sowohl Ökosysteme als auch Infrastrukturen beeinträchtigen. Auf Seite… zeigen wir auf, welche Massnahmen aktuell dagegen ergriffen werden.
Auch die Gewässer im Baselbiet stehen im Fokus: Revitalisierungsprojekte geben Flüssen und Bächen Schritt für Schritt mehr Raum zurück. So entstehen naturnahe Lebensräume, die nicht nur die Biodiversität fördern, sondern auch neue Orte für Erholung und Begegnung schaffen. Lesen Sie den Bericht auf Seite…
Mit den wärmeren Temperaturen rücken viele Arbeiten im Freien wieder stärker in den Fokus. Die Beiträge in dieser Ausgabe der BUZ zeigen, wie vielfältig die Aufgaben der Bau- und Umweltschutzdirektion sind und welche Themen aktuell beschäftigen. Wir wünschen Ihnen eine informative Lektüre.
Catia Allemann
Redaktionsleiterin
Kreislaufwirtschaft: Berner Fachhochschule schenkt einer alten Holzhalle ein zweites Leben
Wenn Nachhaltigkeit mehr sein soll als ein Schlagwort, braucht es Praxisbeispiele: In Füllinsdorf wagt das Amt für Industrielle Betriebe gemeinsam mit der Berner Fachhochschule ein Experiment in Kreislaufwirtschaft. Eine alte Holzhalle wird nicht abgerissen, sondern neu gedacht – und erhält die Chance auf ein zweites Leben.

Nach nur vier Tagen Arbeit am Modell, präsentierten die Studierenden ihre Werke (Quelle: AIB)
Kreislaufwirtschaft – das klingt nach Zukunft, nach einem Wirtschaftssystem, das Ressourcen nicht verbraucht, sondern in Bewegung hält. Im Bauwesen bedeutet das: Materialien nicht einfach entsorgen, sondern wiederverwenden, umbauen, neu zusammensetzen. Doch Kreislaufwirtschaft ist keine Formel, sondern eine Haltung. Sie beginnt beim Denken. Genauer gesagt: beim Vor-Denken statt Nach-Denken. Wer bei einem Projekt den Re-Use von Beginn weg mitdenkt, hat das Konzept der Kreislaufwirtschaft verinnerlicht.
Vom Konzept zur Praxis – Kreislaufwirtschaft im AIB
Auch das Amt für Industrielle Betriebe (AIB) beschäftigt sich seit einiger Zeit mit der Frage, wie sich dieses Prinzip in die eigene Baupraxis übersetzen lässt. Konkrete Chancen bieten sich vor allem bei grossen Projekten wie der Erweiterung der ARA Ergolz 2 in Füllinsdorf. Bestehende Bauten und Materialien sollen nicht einfach verschwinden, sondern – wo sinnvoll – ein zweites Leben finden.
Ein besonderes Beispiel dafür ist die Holzhalle auf dem Gelände der ARA. Sie wird in einigen Jahren dem Ausbau der Anlage weichen müssen. Doch statt sie vorschnell abzureissen, entschied sich das AIB für ein Experiment: Die Halle wird zum Lernlabor, zum realen Objekt, an dem sich die Wiederverwendung einer Holzkonstruktion ausprobieren lässt.
Eine Woche für Neues Denken – die Zusammenarbeit mit der Berner Fachhochschule
Für diesen Lernprozess fand das AIB eine inspirierende Partnerin: die Berner Fachhochschule (BFH). Im Rahmen der jährlich stattfindenden, interdisziplinären Special Week erhielten Studierende aus Architektur und Holztechnik im November 2025 den Auftrag, die Zukunft der Füllinsdorfer Holzhalle weiterzudenken.
20 Studierende nahmen die Herausforderung an und besuchten die Halle vor Ort. Angeleitet von Urs-Thomas Gerber und Birgit Neubauer-Letsch tauchten sie in Konstruktionspläne ein, diskutierten Transportfragen und entwickelten Ideen. Was dabei besonders herausstach: Am nachhaltigsten ist es, möglichst grosse Einheiten eines Objekts wiederzuverwenden. Denn jede Materialtrennung ist aufwändig und arbeitsintensiv. Unterstützt wurden die Studierenden von Vertreterinnen und Vertretern der Bau- und Umweltschutzdirektion (BUD), die Zielsetzungen vorgaben und Hintergrundinformationen lieferten.

Fabian Schärer vom Hochbauamt lieferte den Studierenden Hintergrundinformationen zum Projekt (Quelle: AIB)
Vier Ideen, ein gemeinsamer Gedanke
Nach nur vier Tagen präsentierten die Studierenden ihre Ergebnisse. An der Vernissage wurde sichtbar, wie lebendig Kreislaufwirtschaft sein kann: Anhand von Modellen, Kurzfilmen und Postern stellten sie vier konkrete ReUse-Konzepte vor.
Die Vorschläge reichen von mobilen Raumeinheiten über temporäre Arbeitsräume bis zu Info- und Besucherpavillons. Bemerkenswert ist, in welcher Tiefe die Teams ihre Projekte ausgearbeitet haben – technische Planung, Transportlogistik, architektonische Gestaltung inklusive. Mit einem der ReUse-Konzepte können bis zu 70 Prozent der Holzkonstruktion wiederverwendet werden!
Die Modelle der ausgearbeiteten Ideen zeigte das AIB zwischen Januar und März 2026 in einer Ausstellung im Foyer der BUD.

Studierende während der Arbeit an ihrem Modell (Quelle: AIB)
Lernen aus Holz und Verbindungen
Die „Special Week“ hat gezeigt: Kreislaufwirtschaft funktioniert durch Verbindungen – zwischen Materialien, Prozessen, Organisationen und Menschen. ReUse ist kein Einzelakt, sondern Teamarbeit auf allen Ebenen.
Zudem wurde deutlich, dass dieses neue Denken bei praktischen Anwendungen wächst. Erst wer ein Gebäude auseinanderbaut, versteht wirklich, wie man es im Hinblick auf den späteren Rückbau eigentlich hätte bauen sollen. Wissenstransfer ist entscheidend: Die enge Zusammenarbeit mit der Holzbaufirma, ein 3D-Modell und die Erfahrungen aus der ursprünglichen Montage machten das Projekt greifbar und lehrreich zugleich.
Ausblick – was bleibt und was kommt
Aktuell prüft das AIB, ob die Holzhalle als Ganzes weiterverwendet werden kann – vielleicht an einem neuen Ort, in gleicher oder neuer Funktion. Sollte das nicht möglich sein, stehen die vier studentischen Konzepte bereit. Ihre Ideen sind mehr als Papier – sie sind Werkzeuge, mit denen die Industrie von morgen bauen kann.
Die gewonnenen Erkenntnisse aus dieser Zusammenarbeit fliessen bereits in neue Projekte ein, insbesondere bei der Planung künftiger Abwasserreinigungsanlagen. Und sie zeigen: Kreislaufwirtschaft ist kein fernes Ziel, sondern eine Kultur. Eine Kultur, die dort beginnt, wo man ausgediente Strukturen nicht als Ende, sondern als Anfang betrachtet – so wie in Füllinsdorf, in einer Holzhalle, die gerade ihr zweites Leben sucht.
Handarbeit auf der Baustelle – ein Lernender vom Tiefbauamt erzählt
Der Lernende Joscha Mahrer vom Tiefbauamt beschreibt einen typischen Arbeitstag auf der Baustelle. Statt High-Tech-Maschinen setzt sein Team auf Schaufeln, Garetten und Rechen, um Zufahrten präzise zu bauen. So entsteht Asphaltbelag dank viel Erfahrung und mit viel Muskelkraft. Ein Blick hinter die Kulissen des Strassenbauerhandwerks.
Damit ich es rechtzeitig auf die Baustelle schaffe, klingelt der Wecker schon um 5 Uhr. Heute bauen wir eine Zufahrt. Weil das eine relativ kleine Fläche ist, setzen wir auf Schaufeln, Rechen, Garette und viel Handarbeit statt auf einen Asphaltfertiger. Das ist zwar anstrengend, hat aber den Vorteil, dass wir sehr präzise arbeiten können. In unserem Betrieb ist das der Alltag: Wir bauen Beläge meist ohne grosse Maschinen ein.

Joscha Mahrer ist Lernender beim Baselbieter Tiefbauamt (Quelle: TBA)
Der Radber-Express und das Mischgut
Um kurz nach sieben rollt der Lastwagen auf die Baustelle. Er bringt rund 8 Tonnen frisches, etwa 170 Grad heisses Mischgut. Da wir keinen Fertiger nutzen – das ist eine Maschine, die den Asphalt automatisch gleichmässig verteilt und vorverdichtet – verteilen wir den Belag von Hand. Dafür verwenden wir verstärkte Garetten, sogenannte Radber. Sobald die Klappe am Lkw aufgeht, geht es los: Einer schaufelt das heisse Material in den Radber, ich schiebe es zur Einbaustelle, kippe es aus und gehe zurück für die nächste Fuhre. Wir müssen zügig arbeiten, denn wenn der Belag abkühlt, lässt er sich schlechter einbauen.
Zentimeterarbeit mit dem Rechen
Wenn der Asphalt auf dem Planum liegt, beginnt die Feinarbeit. Wo eine Maschine mit Sensoren arbeitet, verlassen wir uns auf Erfahrung und Augenmass. Mein Kollege Roger verteilt das Material mit dem Asphaltrechen gleichmässig. Wir legen den Belag bewusst etwas höher ein, etwa 20 bis 25 Prozent über der gewünschten Endhöhe, weil später die Rüttelplatte das Material verdichtet und zusammendrückt. Wird zu flach eingebaut, können sich Pfützen bilden, bei zu hohem Einbau entstehen Unebenheiten.

Gleichmässig verteilen die Arbeiter den heissen Asphalt auf dem Planum (Quelle: TBA)
Ich bearbeite mit der Maurerkelle die Kanten, gleiche Übergänge an und achte darauf, dass keine Löcher oder Überstände bleiben. Wir sprechen nicht viel, jeder weiss, was zu tun ist. Kleine Handzeichen reichen, der Ablauf funktioniert eingespielt.
Beobachtet bei der Arbeit
Gegen Mittag erreichen wir die engste Stelle der Zufahrt. Einige Anwohnende schauen uns zu. Einer fragt, ob wir keine Maschine hätten und ob das nicht viel länger dauere. Ich erkläre ihm, dass wir auf solchen kleineren Flächen bewusst von Hand arbeiten. So können wir genauer auf die örtlichen Verhältnisse eingehen, zum Beispiel auf Hauszufahrten oder Schachtdeckel. Die Qualität wird trotz mehr Aufwand sehr hoch.
Das Finale mit der Rüttelplatte
Am Schluss kommt unser schwerstes Gerät zum Einsatz: die Rüttelplatte. Eine grosse Walze haben wir auf dieser Baustelle nicht. Ich führe die Platte Bahn für Bahn über den heissen Belag. Der Untergrund verdichtet sich und aus der lockeren Oberfläche wird eine gleichmässige, feste Deckschicht. Jede Stelle ist mindestens einmal durch unsere Hände gegangen – vom Schaufeln bis zur Verdichtung.
Stolz in den Feierabend
Gegen 16 Uhr ist der Lastwagen leer, die Fläche fertig und wir ziemlich müde. Wenn ich mich umdrehe und die neue Einfahrt anschaue, bin ich stolz auf das Ergebnis. Wir haben an diesem Tag nicht nur Material bewegt, sondern einen neuen, sauberen Belag erstellt, über den die Leute künftig täglich fahren.
Wenn mich jemand fragt, was ich arbeite, sage ich: Ich bin Strassenbauer im Lernendenstatus – und wir bauen die Wege, auf denen andere unterwegs sind, oft mit viel Handarbeit.
Morgen wartet bereits die nächste Baustelle.
Luftqualität 2025: Grenzwerte überwiegend im Griff
Die Luftqualität in der Region Basel verbessert sich – doch der rückläufige Trend bei Schadstoffen hat im Jahr 2025 eine kurze Pause eingelegt. Trotz stagnierender oder leicht gestiegener Konzentrationen werden die gesetzlichen Grenzwerte nach wie vor überwiegend eingehalten.
Die Luftqualität in der Region Basel hat sich über die letzten dreissig Jahre deutlich verbessert. Die Konzentrationen der wichtigsten Luftschadstoffe sind kontinuierlich gesunken – dank technologischer Fortschritte und frühzeitiger Luftreinhaltemassnahmen. Im Jahr 2025 fiel dieser rückläufige Trend jedoch leicht ab: Die Messwerte blieben im Durchschnitt stabil oder stiegen leicht an.
Im Kanton Basel‑Landschaft werden die Belastungen mit Stickoxiden (NO₂), Feinstaub (PM10 und PM2.5) und Ozon an zwei permanenten Messstationen (Muttenz Autobahn A2 Hard und Sissach Bützenen) sowie mit Passivsammlern für NO₂, flüchtige organische Verbindungen (VOC) und Ammoniak (NH₃) überwacht.
Ein Passivsammler ist ein stromloses, kostengünstiges Messgerät in Form eines kleinen Röhrchens. Er basiert auf dem Prinzip der Diffusion: Schadstoffe aus der Umgebungsluft werden vom Absorptionsmittel im Röhrchen aufgenommen. Nach zweiwöchiger Expositionszeit wird der Passivsammler im Labor analysiert. Im Kanton Basel-Landschaft sind solche Passivsammler in verschiedenen Gemeinden verteilt – von ländlichen Gebieten bis hin zu Standorten an der Autobahn.
Stickstoffdioxid (NO₂)
NO₂ entsteht vor allem im motorisierten Verkehr durch die Verbrennung von Treibstoff und bei Heizungen wie Öl‑, Gas‑ und Holzfeuerungen. Der in der Luftreinhalte‑Verordnung (LRV) festgelegte Jahresgrenzwert von 30 µg/m³ wurde 2025 an allen Messstationen eingehalten. Besonders erfreulich ist, dass dieser Wert erstmals auch am Standort Autobahn A2 Hard in Muttenz eingehalten wurde.
Während der Bauarbeiten an der Brücke Grenzacherstrasse war die Station zeitweise an einen provisorischen Standort verlegt worden, was zu veränderten Messwerten führte. In Basel wurde die Messstation an der Feldbergstrasse ebenfalls temporär verlegt; der neue Standort näher am Rhein sorgte für eine bessere Durchlüftung und für tendenziell tiefere Schadstoffkonzentrationen.

Entwicklung der PM10-Konzentrationen an den permanenten Messstationen der Kantone BL und BS (Quelle: AUE)
Feinstaub (PM10 und PM2.5)
Als Feinstaub werden lungengängige Partikel mit einem Durchmesser kleiner als 10 Mikrometer (PM10) bzw. kleiner als 2,5 Mikrometer (PM2.5) bezeichnet. Hauptemittenten sind der Verkehr (Abrieb von Strassen, Bremsen, Reifen sowie ältere Dieselmotoren) und Holzfeuerungen.
Im Jahr 2025 zeigten die Messungen leicht höhere oder gleichbleibende Konzentrationen im Vergleich zum Vorjahr. Nebst ungünstigen Wetterlagen (Inversionslagen, wenig Niederschlag) trugen auch verfrachtete Saharastaub‑Aerosole und Russ aus Waldbränden in Nordamerika zur Erhöhung bei. Der Jahresgrenzwert von 20 µg/m³ für PM10 wurde erneut an allen Stationen eingehalten. Bei den feineren Partikeln der Fraktion PM2.5 wurden an der Feldbergstrasse und in St. Johann Jahresmittelwerte leicht über den in der LRV festgelegten Grenzwert von 10 µg/m³ gemessen.

Entwicklung der PM2.5-Konzentrationen an den permanenten Messstationen der Kantone BL und BS. Der Jahresmittelwert an der Station Binningen, die im Rahmen des Nationalen Beobachtungsnetz für Luftfremdstoffe (NABEL) betrieben wird, ist noch nicht publiziert (Quelle: AUE)
Ozon
Ozon entsteht als Sekundärschadstoff durch Reaktion von Stickoxiden (NOₓ) und flüchtigen organischen Verbindungen (VOC) bei starker Sonneneinstrahlung. Der schöne, sonnige Sommer 2025 führte zu einer höheren Ozonbelastung als im Vorjahr.
Der Jahresgrenzwert der LRV wurde in der Region mehrfach überschritten: rund 24 bis 200-mal in Basel, etwa 240-mal in Sissach und knapp 270-mal auf der Chrischona in Bettingen. Ländliche Gebiete sind wegen der Schadstoffumwandlung in der Luft und des geringeren nächtlichen Ozonabbaus stärker betroffen; die Informationsschwelle von 180 µg/m³ wurde 2025 nicht erreicht.

Entwicklung der Ozonbelastung an den permanenten Messstationen der Kantone BL und BS (Quelle: AUE)
Information und Zugang zu Messdaten
Die Bevölkerung soll über die Luftqualität informiert sein. Die Kantone Basel‑Landschaft und Basel‑Stadt bieten die Daten über die Informationsplattform www.luftqualitaet.ch an, die Messwerte der permanenten Stationen sowie Belastungskarten enthält. Ergänzend steht die Mobile‑App AirCHeck zur Verfügung, die Echtzeitdaten, Karten und Gesundheitsinformationen für die Schweiz und Liechtenstein liefert.
Ende 2025 wurde das Lufthygieneamt beider Basel aufgelöst. Die Zuständigkeit für die Luftqualität liegt seither beim Amt für Umweltschutz und Energie Basel‑Landschaft (Ressort Luft und Klima) sowie beim Amt für Umwelt und Energie Basel‑Stadt. Die Messtechnik ist im Umweltlabor Basel‑Stadt angesiedelt und bleibt weiterhin für die Messstationen beider Kantone verantwortlich. Die enge Zusammenarbeit beider Basel ist weiterhin zentral.

Die Mobile-App AirCHeck liefert Echtzeitdaten und Belastungskarten für die ganze Schweiz und Liechtenstein. Zusätzlich informiert «AirCHeck» über die gesundheitlichen Auswirkungen
Schloss Wildenstein: Historische Zufahrt und Trockenmauer-Handwerk
Eine historische Zufahrt, neu gedacht: Am Schloss Wildenstein verbindet die sorgfältige Sanierung einer Trockenmauer traditionelles Handwerk mit ökologischer Wirkung – und schafft eine würdige Eingangssituation im Einklang mit Denkmalpflege und Landschaft.
Schloss Wildenstein und sein umliegendes Gelände blicken auf eine jahrhundertealte Geschichte zurück. Seine Ursprünge reichen bis ins späte 13. Jahrhundert zurück. Früheste Hinweise auf eine Gartenanlage finden sich auf einem Plan von Georg Friedrich Meyer aus dem Jahr 1681 – innerhalb der damaligen Befestigung befanden sich bereits Kräuterbeete. Um 1700 wurde der Burggraben aufgefüllt und damit die Grundlage der heutigen Topografie geschaffen. Den Landschaftspark liess Maria Burckhardt-Vischer um 1853 anlegen.
Zum Anwesen gehören neben Schloss, Gartenhof und Park rund 50 Hektar Wald und etwa 65 Hektar landwirtschaftlich genutzte Flächen. Die Gesamtanlage beeindruckt durch ihre schlichte Gestaltung und den bewussten Einsatz natürlicher Materialien.
Seit Herbst 2025 wird die Einfahrt zum Schloss umfassend instandgesetzt. Aus statischen Gründen musste die hangseitige, stark deformierte Stützmauer vollständig abgetragen und als Trockenmauer in traditioneller Handwerksweise neu aufgebaut werden.

Die Fundamentsteine werden gesetzt (Quelle: HBA)
Handwerk mit ökologischer Wirkung
Trockenmauern bestehen aus sorgfältig geschichteten Natursteinen, die ohne Mörtel gesetzt werden. Neben ihrer tragenden Funktion bieten sie wertvollen Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten – auch für seltene. Die fachgerecht sanierte Trockenmauer wurde nicht nur stabiler, sondern fördert zugleich die Biodiversität.
Für den Wiederaufbau wurde zunächst die alte Mauer systematisch abgetragen. Anschliessend wurde sie nach traditionellem Vorbild sorgfältig neu errichtet. Dabei kamen wiederverwendete und neue Steine zum Einsatz, wodurch Stabilität und Authentizität gleichermassen gewahrt blieben. Decksteine bilden den oberen Abschluss, schützen die darunterliegenden Schichten und tragen wesentlich zur Stabilität der Mauer bei. Besonders an den Mauerecken kamen grosse, verzahnt gesetzte Steine zum Einsatz – eine gelungene Verbindung von historischem Bestand und neuem Material im Sinne der Denkmalpflege und des Re‑Use‑Gedankens.

Ein Arbeiter passt die Mauersteine ein (Quelle: HBA)
Eine neue Eingangssituation
Gleichzeitig erhielt auch die Zufahrt zum Schloss ein neues Gesicht: Eine frisch gepflanzte Lindenreihe begleitet Besucherinnen und Besucher vom Tor bis zum Brunnen. Die vormals asphaltierte Fahrbahn wurde durch einen befestigten Schotterweg ersetzt und die angrenzenden Flächen so gestaltet, dass sie zugleich befahrbar und begrünt sind. Das schmiedeeiserne Tor und die steinernen Postamente wurden restauriert, das talseitige Bruchsteinmauerwerk ausgebessert und mit gebrauchten sowie teilweise neuen Ziegeln neu eingedeckt. So entstand eine klare, zurückhaltende Eingangssituation, die das Schloss würdevoll inszeniert und seine historische Substanz respektvoll bewahrt.
Wie der Kanton Basel-Landschaft die nachhaltige Nutzung von Erdwärmesonden sichert
Erdwärmesonden versorgen immer mehr Gebäude im Baselbiet mit klimafreundlicher Wärme. Der Untergrund muss künftig anders als bisher bewirtschaftet werden – nur wenn ihm genügend Energie zurückgeführt wird, bleibt er eine langfristige Energiequelle. Eine neue kantonale Grundlage zeigt, wie der Kanton Basel-Landschaft eine nachhaltige Nutzung sicherstellt – mit klaren Regeln, gezielter Förderung und vorausschauender Planung.
Wärmepumpen mit Erdwärmesonden (EWS) gehören zu den effizientesten und klimafreundlichsten Heizsystemen. Besonders im Winter arbeiten sie deutlich effizienter als Luft-Wasser-Wärmepumpen und brauchen rund ein Viertel weniger Strom. Damit tragen sie wesentlich dazu bei, CO₂-Emissionen zu senken und die Versorgungssicherheit zu stärken – denn Strom ist im Winter knapp und teuer. Entsprechend wächst ihre Zahl in der Schweiz stetig. Im Kanton Basel-Landschaft sind heute rund 2'500 EWS-Anlagen in Betrieb, jedes Jahr kommen etwa 130 neue hinzu.
Doch das Wachstum hat Grenzen: Der Untergrund ist keine unerschöpfliche Wärmequelle. Wird über Jahre mehr Energie entzogen, als natürlich nachfliesst – etwa wenn die Abstände zwischen benachbarten Anlagen zu gering sind – kühlt der Boden zunehmend aus. Fachleute sprechen dann von einer thermischen Übernutzung. Im Extremfall sinkt die Leistung der Anlagen, es drohen Effizienzverluste oder teure Sanierungen. Hier setzt der neue Grundlagenbericht Regeneration von Erdwärmesonden an, den das Amt für Umweltschutz und Energie gemeinsam mit mehreren Kantonen und Fachinstitutionen erarbeitet hat.

Ergänzung eines bestehenden Heizsystems für Fussbodenheizung und Wassererwärmung mit einer Regeneration durch passive Kühlung oder unverglasten Sonnenkollektor (Bild: Suissetec)
Warum Regeneration nötig ist
Erdwärmesonden entziehen dem Boden vor allem im Winter Wärme. Ohne Gegenmassnahmen bildet sich um jede Sonde ein abgekühlter trichterförmiger Bereich, der sich mit den Jahren ausbreitet. Liegen mehrere Anlagen nahe beieinander, überlagern sich diese Zonen und das Erdreich kann sich nicht mehr ausreichend erholen.
Um die Auskühlung zu stoppen oder zu verlangsamen, muss dem Boden Wärme zurückgeführt werden – die Erdwärmesonde wird also regeneriert. Das kann etwa über Solarkollektoren, Abwärme aus Gebäudekühlung, Luft-Wärmetauscher oder sogenanntes Geocooling geschehen. Dabei wird überschüssige Wärme im Sommer ins Erdreich geleitet, sodass die Bodentemperatur stabil bleibt.
Die Situation im Baselbiet
Im Kanton Basel-Landschaft sind derzeit rund 2'500 Wärmepumpen mit Erdwärmesonden in Betrieb – etwa vier Prozent aller Heizungen. Besonders verbreitet sind sie in Wohnquartieren mit Ein- und kleinen Mehrfamilienhäusern. Noch besteht keine flächendeckende Übernutzung. Doch in einzelnen Quartieren könnte sie ohne Gegenmassnahmen künftig auftreten.
Bleibt der heutige Zubau von rund 130 Anlagen pro Jahr bestehen, könnte sich deren Zahl bis 2050 mehr als verdoppeln. Das würde in vielen Gebieten zu hoher Anlagendichte und flächendeckender thermischer Übernutzung führen.

Arbeiten für die Installation von Erdwärmesonden (Quelle: Geo Explorers AG)
Übernutzung. Doch in einzelnen Quartieren könnte sie ohne Gegenmassnahmen künftig auftreten.
Bleibt der heutige Zubau von rund 130 Anlagen pro Jahr bestehen, könnte sich deren Zahl bis 2050 mehr als verdoppeln. Das würde in vielen Gebieten zu hoher Anlagendichte und flächendeckender thermischer Übernutzung führen.
Empfehlungen für eine nachhaltige Nutzung
Der Bericht zeigt, dass sich eine Übernutzung mit einfachen Massnahmen vermeiden lässt. Dazu gehören längere oder zusätzliche Bohrungen (Mehrlänge) sowie eine teilweise Regeneration durch Rückführung von Wärme ins Erdreich. Bereits eine Rückführung von rund 15 Prozent Wärme in Kombination mit 20 bis 30 Prozent zusätzlicher Sondenlänge genügt oft, um den Boden im Gleichgewicht zu halten. Die Mehrkosten von rund 25 bis 35 Prozent sichern eine dauerhaft funktionierende und nachhaltige Wärmeversorgung.
Für grössere Anlagen mit vielen Sonden empfehlen die Studienautoren eine weitgehende oder vollständige Regeneration. Diese ist häufig auch wirtschaftlich sinnvoll, da dadurch weniger Bohrmeter erforderlich sind.
Neue gesetzliche Anforderungen
Die Norm SIA 384/6 «Erdwärmesonden» regelt in der Schweiz die Planung, Dimensionierung und Ausführung von EWS-Anlagen. Alle in der Branche kennen das Risiko einer thermischen Übernutzung. Doch die Planenden können dies bisher nur begrenzt verhindern. Erfahrungen der letzten Jahre zeigen: Zu wenige EWS-Anlagen werden regeneriert, um Übernutzung langfristig zu vermeiden.
Ein politischer Vorstoss im Baselbiet hat deshalb zu einer Änderung des kantonalen Energiegesetzes geführt – eine schweizweite Premiere. Nun kann der Regierungsrat Gebiete festlegen, in denen neue EWS-Anlagen zwingend regeneriert werden müssen. Die Regeneration mittels Solarthermie wird über das Förderprogramm Baselbieter Energiepaket unterstützt. Ziel ist eine vorausschauende und koordinierte Planung, um Konflikte und spätere Sanierungen zu vermeiden. Zudem sollen Hausbesitzende frühzeitig informiert werden. Im kantonalen Geoportal werden Zonen mit hoher Anlagendichte sichtbar gemacht, damit Bauherrschaften und Planende rasch erkennen, wo besondere Anforderungen gelten.
Fazit
Erdwärmesonden bleiben ein zentraler Pfeiler der Energiewende – effizient, erneuerbar und lokal verfügbar. Ihr Potenzial bleibt jedoch nur erhalten, wenn der Boden sorgfältig bewirtschaftet wird. Die neue Grundlagenstudie zeigt, wie kritische Gebiete frühzeitig erkannt und bewirtschaftet werden können. Klare Regeln, gezielte Förderung und gute Planung stellen sicher, dass im Baselbiet Erdwärme auch künftig zuverlässig genutzt werden kann.

QR-Code zum Förderprogramm Baselbieter Energiepaket
Digitale Lösungen müssen den Arbeitsalltag erleichtern
Angelika Albrecht leitet den Bereich Digitale Transformation & Informatik in der BUD. In dieser Rolle treibt sie die Digitalisierungsvorhaben der Direktion voran und unterstützt die Dienststellen aktiv bei der Weiterentwicklung ihrer digitalen Strategien. Ihr Ziel: Prozesse optimieren und durch moderne Technologien vereinfachen sowie bereichsübergreifende Synergien nutzen. Mit viel Engagement begleitet sie die Dienststellen auf ihrem Weg in die digitale Zukunft und sorgt dafür, dass der Informationsfluss zwischen den einzelnen Bereichen sowie der BUD und dem Kanton reibungslos funktioniert.

BUZ: Frau Albrecht, Sie sind seit knapp einem Jahr Leiterin der Abteilung Digitale Transformation in der BUD. Seit Februar 2026 leiten Sie zudem die Abteilung BUD-Informatik. Was hat Sie in diesem ersten Jahr besonders positiv überrascht – und wo haben Sie grösseren Handlungsbedarf festgestellt, als Sie vielleicht erwartet hätten?
Albrecht: Ich bin sehr herzlich aufgenommen worden. Die Dienststellen sind offen und viele freuen sich auf Unterstützung bei der digitalen Weiterentwicklung – das hat mich besonders positiv überrascht. Gleichzeitig habe ich festgestellt, dass es in der Vergangenheit mehrere Digitalisierungsprojekte gab, bei denen der konkrete Nutzen für die Mitarbeitenden im Alltag nicht immer klar erkennbar war. Das hat teilweise auch zu einer gewissen Ernüchterung geführt. Trotzdem spüre ich heute eine grosse Offenheit für Veränderungen und es sind viele gute Ideen vorhanden.
Ein grosses Potenzial sehe ich in der Veränderung von Arbeitsmethoden und Formen der Zusammenarbeit sowie in der Optimierung von Prozessen über den gesamten Ablauf hinweg vom Auslöser bis zum Ergebnis. Dadurch können Abläufe vereinfacht und effizienter gestaltet werden.
Entscheidend dafür sind jedoch nicht nur technische Lösungen. Ein zentraler Schlüsselfaktor sind Kommunikation und Change-Management: Mitarbeitende müssen den konkreten Nutzen erkennen und befähigt werden, mit den neuen Arbeitsweisen zu arbeiten und digitale Lösungen im Alltag effizient zu nutzen.
BUZ: Welches übergeordnete Ziel verfolgt die Strategie «Digitale Transformation Basel-Landschaft» für die kantonale Verwaltung insgesamt?
Albrecht: Sie soll als Leitstern dienen, um die kantonale Verwaltung zu einer vernetzten, datenbasierten und zukunftsfähigen Dienstleisterin zu entwickeln. Sie bietet allen Mitarbeitenden eine gemeinsame Orientierung und stellt sicher, dass die digitale Transformation in allen Bereichen der Verwaltung konsequent und zielgerichtet vorangetrieben wird. Ein Beispiel dafür ist, dass Daten nur einmal erfasst und dann mehrfach und an mehreren Stellen genutzt werden sollen.
BUZ: Welche konkreten Vorteile soll die digitale Transformation für Bevölkerung und Wirtschaft im Kanton Basel-Landschaft bringen?
Albrecht: Die Bevölkerung profitiert von digitalen, benutzerfreundlichen und jederzeit verfügbaren Dienstleistungen der kantonalen Verwaltung. Behördengänge werden einfacher, schneller und transparenter.
Für die Wirtschaft bedeutet die digitale Transformation effizientere Verwaltungsprozesse und moderne Services, was die Attraktivität des Kantons als Wirtschaftsstandort stärkt. Gleichzeitig fördert sie den Austausch und die Zusammenarbeit zwischen Verwaltung, Wirtschaft und Gesellschaft. Insgesamt trägt die digitale Transformation dazu bei, die Verwaltung leistungsfähiger zu machen und den Kanton Basel-Landschaft zukunftsfähig aufzustellen.
BUZ: Digitale Transformation ist immer auch Kulturwandel. Wie werden die Mitarbeitenden der kantonalen Verwaltung in den Transformationsprozess eingebunden und auf neue digitale Arbeitsweisen vorbereitet?
Albrecht: Ein zentraler Punkt ist die Förderung einer offenen Innovationskultur. Unsere Mitarbeitenden sollen ihre Ideen einbringen, neue Lösungen ausprobieren und den Wandel aktiv mitgestalten. Gleichzeitig werden sie gezielt auf neue digitale Arbeitsweisen vorbereitet – etwa durch Schulungen und Workshops.
Ergänzend dazu stehen vielfältige Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten zur Verfügung, damit die Mitarbeitenden ihre digitalen Kompetenzen kontinuierlich erweitern und die digitale Transformation aktiv mittragen können. Zudem versuchen wir mit Communities und Erfahrungsaustausch-Formaten, die Mitarbeitenden auf diese spannende Reise mitzunehmen und in den Dialog mit anderen zu bringen.
BUZ: Wie holen Sie Fachabteilungen ins Boot, die vielleicht skeptisch sind oder weniger IT-Affinität haben?
Albrecht: Die Fachabteilungen werden frühzeitig in Projekte einbezogen und regelmässig über den Fortschritt informiert. Ein zentraler Erfolgsfaktor ist eine offene und verständliche Kommunikation zu Zielen, Nutzen und Veränderungen. Dabei ist es wichtig, mögliche Ängste oder Unsicherheiten ernst zu nehmen. Durch gezielte Unterstützung, Schulungen und persönliche Begleitung helfen wir, Vertrauen in neue digitale Lösungen aufzubauen.
BUZ: Welche besonderen Herausforderungen sehen Sie bei der Umsetzung der digitalen Transformation in einer öffentlichen Verwaltung im Vergleich zu privaten Unternehmen?
Albrecht: Meiner Meinung nach besteht eine besondere Herausforderung in der hohen öffentlichen Verantwortung: Digitale Lösungen müssen besonders zuverlässig, sicher und transparent sein, um das Vertrauen der Bevölkerung zu gewährleisten. Zudem können politische Entscheidungsprozesse die Umsetzung im Vergleich zur Privatwirtschaft verlangsamen.
BUZ: Wie wird überprüft, ob die in der Strategie gesetzten Ziele erreicht werden, und welche Kennzahlen oder Indikatoren kommen dabei zum Einsatz?
Albrecht: Aktuell bauen wir ein kantonsweites Strategiecontrolling auf. Dabei werden klare Kennzahlen und Indikatoren definiert, um den Fortschritt der digitalen Transformation regelmässig zu messen und zu bewerten. So können wir transparent nachvollziehen, welche Ziele bereits erreicht wurden und wo allenfalls noch Anpassungen nötig sind.
BUZ: Wenn Sie in einigen Jahren auf die aktuelle Phase der digitalen Transformation zurückblicken: Woran würden Sie erkennen, dass die Strategie erfolgreich war?
Albrecht: Ich erachte die Strategie dann als erfolgreich, wenn wir in einem modernen Arbeitsumfeld arbeiten, das mit smarten digitalen Hilfsmitteln ausgestattet ist und unsere Mitarbeitenden spürbar von zeitraubenden Routineaufgaben entlastet. So können sie ihre Zeit auf das konzentrieren, was wirklich zählt: den Kontakt mit Kundinnen und Kunden sowie ihre fachlich wichtigen Kernaufgaben im Alltag.
Gleichzeitig zeigt sich der Erfolg für mich auch daran, dass die Verwaltung und die BUD als attraktive und zeitgemässe Arbeitgeberin wahrgenommen werden – als eine Organisation, die effizient funktioniert und auch für die nächsten Generationen interessant ist.
Und vielleicht ist der grösste Erfolg dann erreicht, wenn wir in ein paar Jahren gar nicht mehr gross über digitale Transformation sprechen, sondern einfach sagen können: Es funktioniert.
Gebietsfremde Tapinoma-Ameisen weiter auf dem Vormarsch
Gemeinden und Fachleute im Baselbiet rüsten sich gegen einen neuen Schädling: Die invasiven Tapinoma-Ameisen breiten sich weiter aus und erfordern rasches, koordiniertes Handeln.
Im Baselbiet beschäftigt die Behörden weiterhin eine invasive Ameisenart: In Muttenz, Böckten und Reinach haben sich Kolonien der aus Südeuropa stammenden Tapinoma nigerrimum-Ameisen etabliert. Die unscheinbaren Insekten, nur wenige Millimeter gross, bilden riesige Superkolonien mit mehreren Königinnen und Millionen Arbeiterinnen. Sie verdrängen einheimische Arten, gefährden die Biodiversität und können durch Nester im Mauerwerk oder unter befestigten Flächen Bauten und Elektroinstallationen beeinträchtigen.

Die Bestimmung von Ameisen ist schwierig und muss von Experten vorgenommen werden. Die unter- schiedliche Individuengrösse von 1–3 mm ist eines der Merkmale von Tapinoma nigerrimum aggr. (Quelle: www.gbif.org)
Erstmals wurde ein Befall im Frühjahr 2025 in Muttenz gemeldet. Kurz darauf bestätigte das Amt für Umweltschutz und Energie (AUE) weitere Nachweise in Böckten – vermutlich eingeschleppt über importierte Pflanzenkübel. Im Sommer 2025 kam schliesslich in Reinach ein grosser Befall auf über zehn Hektaren Gewerbefläche hinzu. Diese Entwicklung zeigt, wie stark die Ausbreitung invasiver Arten mit dem internationalen Pflanzenhandel und dem milderen Klima der letzten Jahre zusammenhängt und unter Umständen unbemerkt geschieht.
Austausch und Erfahrungen
Auch in Süddeutschland sorgt dieselbe Ameisengruppe zunehmend für Probleme. Gemeinden rund um Karlsruhe berichten von hartnäckigen Befällen, die hohe Sanierungskosten verursachen. Behörden aus den betroffenen Schweizer Kantonen stehen deshalb im Austausch mit ihren deutschen Kolleginnen und Kollegen, um wirksame Bekämpfungsstrategien zu entwickeln.

Demonstration und Austausch zur Bekämpfung von invasiven Tapinoma Ameisen mit Heisswasser für Behörden von Gemeinden, Kantonen und Bundesländern in Kehl (D). Mit einer Lanze wird heisses Wasser und Dampf mit einer Temperatur von 120°C bis einen Meter in den Boden hinein injiziert, um auch an die tief liegenden Nester zu gelangen (Quelle: AUE)
Bekämpfung bleibt anspruchsvoll
Bei einem neuen Verdacht bestimmen Fachpersonen im Auftrag des AUE die Art und erfassen das Ausmass. Das AUE koordiniert danach zusammen mit der Gemeinde die Bekämpfung mit spezialisierten Unternehmen. Am erfolgreichsten scheint eine Kombination aus Insektiziden und Wasser- Dampf-Gemisch, das mit einer Lanze in den Boden appliziert wird, zu sein.
Die finanziellen Hürden bleiben jedoch hoch: Die Bekämpfung kostet je nach Fläche 10’000 bis 20’000 Franken pro Hektar und Jahr. Da es weiterhin keine gesetzliche Grundlage für kantonale Beiträge gibt, tragen Gemeinden und Eigentümerschaften die Kosten meist selbst.
Früh reagieren lohnt sich
Private Gartenbesitzende können zur Eindämmung beitragen: dichter Bewuchs statt Kiesflächen, gezielter Einsatz von heissem Wasser bei kleinen Nestern und konsequentes Vermeiden von Materialverschleppung. Wird frühzeitig reagiert, lässt sich eine weitere Ausbreitung deutlich bremsen.
Die Erfahrungen aus dem vergangenen Jahr zeigen: Nur durch rasches Handeln, Koordination und Information lassen sich die invasiven Tapinoma-Ameisen im Baselbiet in Schach halten.
Was können Gartenbesitzer tun?
Auch Privatpersonen können helfen, die Ausbreitung invasiver Ameisenarten wie Tapinoma nigerrimum zu bremsen oder einen beginnenden Befall selbst einzudämmen. Die folgenden Tipps haben sich bewährt:
- Garten naturnah gestalten: Tapinoma nigerrimum fühlt sich in trockenen, steinigen und offenen Bereichen wohl – zum Beispiel in Kiesbeeten, zwischen Trittplatten oder auf Sandflächen. Wer den Boden stattdessen dicht bepflanzt und begrünt, macht den Ameisen die Nestanlage deutlich schwerer.
- Heisses Wasser gegen Nester: Kleine Nester im Garten lassen sich gezielt mit heissem Wasser oder Dampf bekämpfen. Diese Methode wirkt vor allem bei oberflächennahen Nestern. Dabei muss darauf geachtet werden, Pflanzen nicht zu verbrühen und das Wasser möglichst direkt ins Nest zu giessen.
- Im Haus handeln: Dringen Ameisen ins Gebäude ein, können Kieselgur (ein feines, natürliches Silikatpulver) oder handelsübliche Ameisenköder helfen. Die Mittel müssen über mehrere Tage hinweg konsequent angewendet werden, um den Erfolg zu sichern.
- Frühzeitig Hilfe holen: Hält der Befall an oder breitet sich weiter aus, sollten frühzeitig Fachleute hinzugezogen werden. Je schneller reagiert wird, desto eher lassen sich grössere Schäden und kostspielige Bekämpfungsaktionen vermeiden.
Die vier Arten des Tapinoma nigerrimum-Komplexes (es gibt auch einheimische Tapinoma Arten):
| Artname | Verbreitung | Besonderheiten |
| Tapinoma nigerrimum | Ursprünglich westliches Mittelmeergebiet | Die „Standard“-Art des Komplexes. Früher Sammelbegriff für alle. Weniger invasiv. |
| Tapinoma magnum | Mittelmeerraum, heute weit verbreitet in Mitteleuropa (z. B. Süddeutschland, Schweiz, Österreich, Frankreich) | Sehr invasiv, grosse Kolonien, aggressiv gegen andere Ameisen, oft in Gärten. |
| Tapinoma darioi | Westliches Mittelmeer, vor allem Iberische Halbinsel | Etwas kleiner, etwas weniger invasiv. Unterscheidung oft nur genetisch möglich. |
| Tapinoma ibericum | Fast ausschliesslich Iberische Halbinsel | Am wenigsten erforscht. Genetisch klar unterscheidbar, äusserlich aber sehr ähnlich. |
Die ARA als Lern- und Erlebnisort: Neues Führungsangebot gestartet
Was geschieht mit den rund 4 Millionen Kubikmetern Abwasser, die jedes Jahr in der ARA Ergolz 1 in Sissach zusammenfliessen? Um die ARA-Reinigungsprozesse verständlich und greifbar zu machen, erweitert das Amt für Industrielle Betriebe sein Angebot: Ab 2026 wird die ARA Ergolz 1 nach dem erfolgreichen Vorbild der ARA Birs zum interaktiven Lernort.
Seit 2022 bietet das AIB gemeinsam mit der Besucherplattform
Linie-e Führungen auf der ARA Birs an. Bereits rund 5’000 Besucherinnen und Besucher haben dort in 250 Gruppen erlebt, wie moderne Abwasserreinigung funktioniert – mit durchwegs positiver Resonanz. Aufgrund dieses Erfolgs wird das Angebot nun auch im Oberbaselbiet umgesetzt.

Ronny Böhi vom Amt für Industrielle Betriebe zeigt einer neugierigen Schulklasse aus Thürnen wie eine Abwasserreinigungsanlage funktioniert (Quelle: AIB)
Kopf, Herz und Hand: Das neue Führungskonzept auf der ARA
Ergolz 1
Das in Zusammenarbeit mit der Linie-e entwickelte Konzept setzt massgeblich auf Anschaulichkeit und direktes Erleben:
- Das Unsichtbare sehen: Ein Highlight sind die Probenahmen während des Rundgangs. Der direkte Vergleich zwischen trübem Schmutzwasser und klarem, gereinigtem Abwasser zeigt optisch eindrücklich, welch unersetzlichen Beitrag die ARA für die Umwelt leistet.
- Mikrokosmos live: Besuchende betrachten die Bakterien der biologischen Reinigungsstufe live unter dem Mikroskop – ein faszinierender Einblick in das Zusammenspiel von Natur und Technik.
- Modell Schwammstadt: Das Modell veranschaulicht, wie Städte Regenwasser speichern können, um die Kanalisation bei Starkregen zu entlasten und das Stadtklima nachhaltig zu kühlen.
- Interaktives Abschlussquiz: Speziell für Schulklassen wurde ein Quiz entwickelt, das die Lerninhalte spielerisch festigt.
Energieeffizienz
Die ARA Ergolz 1 produziert einen hohen Anteil ihres eigenen Strombedarfs selbst, indem sie das Faulgas im Blockheizkraftwerk verwertet und dank einer grossflächigen Photovoltaikanlage. Diese wurde mit dem Schweizer Solarpreis 2013 ausgezeichnet. Zudem speisen Wärmepumpen die Restwärme des gereinigten Abwassers in einen Nahwärmeverbund, mit dem umliegende Haushalte beheizt werden. Dabei wird das Abwasser abgekühlt, zum Vorteil der Gewässerlebewesen in der Ergolz.
Ihr Besuch auf der ARA Ergolz 1
Das Angebot richtet sich an Schulen, Vereine, Firmen und interessierte Gruppen.
- Dauer: 2 Stunden
- Verfügbarkeit: Wochentags nach Mass: Startzeitpunkt für Ihre Gruppe frei wählbar.
- Buchung: Die Führungen können online mit nachfolgendem QR-Code gebucht werden.

Buchen Sie Ihre Führung mit diesem QR-Code
«Das Unsichtbare sichtbar machen» – unter diesem Motto begrüsst die ARA Ergolz 1 seit 2026 zahlreiche Gäste in Sissach. Das Konzept wurde von Nicolas Stöcklin, ehemals AIB‑Mitarbeiter und heute bei Linie‑e tätig, entwickelt. Er führte gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern aus Sissach eine Testführung durch und vermittelte den zukünftigen Guides des AIB den Ablauf und die Inhalte.
Inzwischen hat Ronny Böhi aus der Abteilung Zentrale Dienste eine weitere Führung mit einer Schulklasse aus Thürnen durchgeführt. Mithilfe des Drehbuchs und der neu erstellten Beschilderung konnte er den Schülerinnen und Schülern die Abläufe einer ARA altersgerecht und anschaulich erklären. Modelle und Quizfragen sorgten dabei immer wieder für aktive Beteiligung und weckten grosses Interesse. Die Rückmeldungen der Teilnehmenden waren sehr positiv. Künftig sollen weitere Schulklassen aus der Region sowie interessierte Erwachsene die Möglichkeit erhalten, das Thema Gewässerschutz vor Ort zu erleben.
Für mehr Leben in und an den Baselbieter Fliessgewässern
Im Baselbiet sollen Flüsse und Bäche wieder leben. Wo früher Beton und enge Fluss- und Bachbetten dominierten, schaffen Revitalisierungsprojekte heute neuen Raum für Natur, Tiere und Menschen. Schritt für Schritt entstehen wieder Gewässer, die freier fliessen dürfen.

Ausgedoltes Binzholdenbächli in der Gemeinde Buus – wieder offen und naturnah (Quelle: TBA)
Viele Bäche und Flüsse im Baselbiet haben ihre Natürlichkeit verloren. Lange Zeit wurden sie begradigt, zugedeckt oder verbaut – meist, um Hochwasser zu vermeiden oder Land für Siedlungen und Landwirtschaft zu gewinnen. Heute gilt: Diese Eingriffe haben die Gewässer stark belastet, ihre Dynamik eingeschränkt und Lebensräume zerstört. Mehr als ein Drittel der untersuchten Strecken zeigt deutliche ökologische Mängel.
Das Tiefbauamt setzt sich dafür ein, dass sich das ändert. Mit Revitalisierungsprojekten bringt es Bäche und Flüsse Schritt für Schritt zurück in einen naturnahen Zustand. Dabei entstehen neue Lebensräume, die Artenvielfalt steigt – und die Landschaft gewinnt an Qualität.

Viele Fliessgewässer sind eingedolt, künstlich oder stark beeinträchtigt – wie hier der Diegterbach in der Gemeinde Eptingen. (Quelle: TBA)
Natürliche Lebensadern unter Druck
Fliessgewässer verbinden Lebensräume, liefern Trinkwasser, laden zur Erholung ein und sind Heimat einer beeindruckenden Vielfalt an Tieren und Pflanzen. Doch der Druck auf diese Lebensadern ist gross. In tieferen Lagen der Schweiz gelten fast die Hälfte aller Gewässer als stark verändert oder künstlich. Viele Fisch-, Krebs- und Pflanzenarten sind bedroht oder verschwunden. Invasive Arten und der Klimawandel verschärfen die Lage zusätzlich.
Gesetzliche Basis und klare Ziele
Seit 2011 verpflichtet das Gewässerschutzgesetz die Kantone, verbaute Gewässer zu revitalisieren und genügend Raum für ihre natürliche Entwicklung zu sichern. Schweizweit sollen bis 2090 rund 4’000 Kilometer wieder naturnaher fliessen – im Baselbiet entspricht das etwa einem Kilometer pro Jahr.
Damit die eingesetzten Mittel möglichst viel bewirken, prüft das Tiefbauamt gemeinsam mit Fachleuten, welche Abschnitte besonders geeignet sind. Analysen von Geodaten und Expertenwissen helfen, die Projekte mit dem grössten Nutzen für Natur und Landschaft zu identifizieren.

Luftbild des Projektperimeters «Vogelhölzli»: Die Birs vom kanalisierten Ausgangszustand hin zu wieder mehr Dynamik nach der Revitalisierung (Bildquelle René Heini, fadeout GmbH)
Erfolg zeigt sich in Muttenz
Ein Beispiel liefert die Birs beim Vogelhölzli in Muttenz. Früher eingeengt und kanalisiert, darf die Birs dort heute wieder frei fliessen. Das Projekt hat sich gelohnt: Die Fischdichte hat sich fast verdreifacht, empfindliche Arten wie Nase, Barbe und Strömer kehrten zurück.
Revitalisierung «Inseli» in Grellingen zeigt Erfolg
Die Revitalisierung «Inseli» in Grellingen wurde im Jahr 2025, fünf Jahre nach der Umsetzung, überprüft. Mit dieser Wirkungskontrolle sollte festgestellt werden, ob die getroffenen Massnahmen erfolgreich sind und sich die Entwicklung in die gewünschte Richtung bewegt. Im Mittelpunkt der Untersuchung stand die Ufervegetation, denn im Projektperimeter soll sich eine typische und vielfältige Auenvegetation entwickeln. Die Ergebnisse sind vielversprechend: Ein Weichholz-Auenwald beginnt sich zu bilden, und Zielarten wie Schilfrohr, Weiss-Weide, Schwarzpappel und Flatterulme breiten sich zunehmend aus. Erfreulich ist auch, dass die Bestände invasiver Neophyten dank gezielter Bekämpfung deutlich zurückgegangen sind.

Die Revitalisierung «Inseli» der Birs in Grellingen wurde 2025 mittels Wirkungskontrolle untersucht und zeigt eine positive Entwicklung (Quelle TBA)
Auch kleine Bäche zählen
Neben grossen Flüssen profitieren auch kleine Gewässer von solchen Eingriffen. Das Tiefbauamt untersucht aktuell, wie Aufwertungen am Binzholdenbächli und am Fellibächli wirken. Diese Erkenntnisse fliessen in künftige Projekte ein – damit das Baselbiet seinen naturnahen Gewässern Stück für Stück näherkommt.
Digitale Ordnung im Maschinenpark: Timly im Einsatz beim Tiefbauamt
Mit Timly führt das Tiefbauamt sein neues Inventar an Fahrzeugen, Maschinen und Geräten in die digitale Zukunft – für mehr Übersicht, Planungssicherheit und einen effizienteren Unterhalt von Kantonsstrassen und Gewässern.
Fahrzeuge, Maschinen und Geräte sind ein wichtiger Bestandteil für die Arbeiten an Kantonsstrassen und bei Unterhaltsarbeiten an Gewässern. Damit sie stets einsatzbereit, sicher und wirtschaftlich betrieben werden können, braucht es ein aktuelles und verlässliches Inventar.
Seit September 2025 setzt das Tiefbauamt dafür auf das digitale Inventarsystem Timly. Damit werden sämtliche Fahrzeuge, Maschinen und Geräte erfasst, eindeutig gekennzeichnet und mit ihren wichtigsten Informationen hinterlegt – vom Anschaffungsjahr über den Zustand bis zum nächsten Wartungstermin. Über das Smartphone können die Mitarbeitenden per QR-Codes die Daten direkt vor Ort abrufen, ergänzen und allfällige defekte an den Maschinen erfassen.

Einsatz des 10‑Tonnen‑Raupenbaggers im Diegterbach in Tenniken – im Rahmen des neuen digitalen Inventarsystems Timly, das alle Fahrzeuge, Maschinen und Geräte des Tiefbauamts erfasst und verwaltet (Quelle: TBA)
Die Software unterstützt nicht nur beim Inventar, sondern auch bei Wartungs- und Sicherheitsprüfungen sowie in der Kosten- und Mehrjahresplanung. Geplante Servicetermine, anstehende Prüfungen und Budgetvergleiche werden übersichtlich dargestellt und helfen, Ausfälle zu vermeiden und Ressourcen gezielter einzusetzen.
„Die Qualität unseres Inventars hat sich durch die Einführung von Timly bereits spürbar verbessert“, bilanziert Auftraggeber Patrick Bärenfaller nach einem halben Jahr. Noch bestehende Lücken und Dubletten werden derzeit bereinigt, damit das Inventar bis Mitte 2026 vollständig und aktuell ist. Ziel ist ein digitales Abbild des Maschinen- und Fahrzeugparks, das den Betrieb im Alltag zuverlässig unterstützt.
Mein Schnuppertag in der Kommunikationsabteilung der Bau- und Umweltschutzdirektion
Ich heisse Tjalling Faber und gehe in die Sekundarschule Reigoldswil. In der achten Klasse findet jeweils eine Schnupperwoche statt, in der wir jeden Tag irgendwo reinschnuppern können. Ich persönlich war fast jeden Tag an einem anderen Ort. Am Montag habe ich bei meiner Tante den Beruf der Spielgruppenleiterin kennengelernt, am Dienstag habe ich draussen bei der Gemeinde Lupsingen gearbeitet, am Mittwoch bei der BaZ als Sportjournalist und am Donnerstag bei der Kommunikationsabteilung der Bau- und Umweltschutzdirektion des Kantons Basel-Landschaft.

Tjalling Faber von der Sekundarschule Reigoldswil hat in der Kommuniktionsabteilung der BUD einen Schnuppertag absolviert (Quelle: GSK)
Ich werde jetzt ein bisschen von meinem Tag beim Kanton erzählen. Zur Arbeit wurde ich von meiner Mutter gebracht, sie hat mir schon das eine oder andere erzählt, sie schafft nämlich selber beim Kanton. Allerdings nicht in Liestal und nicht in der Kommunikationsabteilung, sondern in Birsfelden im Amt für Industrielle Betriebe.
Bei der Ankunft habe ich Andrea Tschopp und Simon Rüttimann kennengelernt. Simon wollte zunächst erfahren, was ich bereits über seinen Beruf weiss: Ein bisschen Basiswissen hatte ich zwar, aber ich habe dann noch viel Neues darüber erfahren. Ich habe zugeschaut, was man am Morgen so als erstes macht – den Medienspiegel nämlich. Währenddessen hat mir Simon schon einiges über seine Arbeit erklärt.
Als nächstes haben wir gemeinsam an einer Medienmitteilung über die Strategie beider Basel zu grünem Wasserstoff gearbeitet. Die Textvorlage dazu hat uns das Amt für Umweltschutz und Energie geschickt. Zuerst musste ich im Entwurf jene Passagen markieren, die die fünf klassischen W-Fragen «wer», «was», «wann» «wie» und «warum» beantworten. Und mit einer anderen Farbe alle Hintergrundinformationen hervorheben. Ich lernte dabei, dass die fünf «W» an den Anfang einer Medienmitteilung gehören und alles andere danach nach Wichtigkeit absteigend folgt. Redigieren heisst, dass viel an den Formulierungen gefeilt wird und dass die Reihenfolge von Sätzen und sogar ganzer Abschnitte komplett umgestellt werden kann. Je weiter oben Dinge stehen, desto wichtiger sind sie. Natürlich haben wir auch die Rechtschreibung kontrolliert.
Am Ende durfte ich den Lead schreiben. Dabei musste ich darauf achten, den Inhalt so zusammenzufassen, dass er das Interesse von Medienschaffenden weckt, damit sie die Mitteilung bis zum Ende lesen.
Nach dem Mittagessen habe ich Zeit bekommen, um über meinen Tag in der Kommunikationsabteilung der Bau- und Umweltschutzdirektion einen Beitrag für die BUZ zu schreiben. Das Ergebnis haben Sie soeben gelesen.
Insgesamt war es ein sehr lehrreicher Tag. Es war interessant, mal zu schauen, wie da alles so abläuft.
10 Fragen an Ahmed Zingg
In der Rubrik „zehn Fragen an“ beantworten Mitarbeitende der Bau- und Umweltschutzdirektion jeweils zehn ausgewählte Fragen der BUZ-Redaktion. In dieser Ausgabe stellen wir Ihnen Ahmed Zingg vom Bauinspektorat vor.

BUZ: Wo arbeiten Sie und seit wann?
Zingg: Ich arbeite seit Dezember 2021 beim Bauinspektorat in der Abteilung Zentrale Dienste. Dort bin ich als Applikations-Manager für die Fachanwendung eBau zuständig, was diverse Bereiche wie eBauClassic, eBauWeb und eBauHome umfasst.
BUZ: Was ist Ihr absolutes Highlight in einer typischen Woche – egal ob im Beruf oder privat?
Zingg: Ein Highlight ist für mich, wenn konzeptionelle oder technische Änderungen an der Software oder den Geschäftsprozessen der Dienststelle durchgeführt werden und niemand etwas davon mitbekommt. Denn genau dann weiss ich, dass alles erfolgreich und reibungslos lief. Was mir auch immer grosse Freude bereitet, ist die Zusammenarbeit mit meinen Kolleginnen und Kollegen in der BUD. Ich pflege gerne einen guten Draht zu meinen Mitmenschen und zelebriere das auch gerne bei einem gemeinsamen Mittagessen.
BUZ: Welche Dinge dürfen in Ihrer Freizeit nie fehlen?
Zingg: Das ist einfach zu beantworten und wer mich kennt, wird jetzt lachen: Ein Teller Spaghetti Bolognese darf unter der Woche bei mir nie fehlen. Auch Musik ist für mich essenziell, um mich wohlzufühlen; seien es Genres wie Soul / R’n’B oder auch Drum and Bass und Techno.
BUZ: Welchen Teil Ihres Jobs würden Sie gerne noch besser beherrschen?
Zingg: Jeder wird es kennen: den Kampf mit dem E-Mail-Postfach und den zahlreichen To-dos. Ich denke, da muss man nicht viele Worte darüber verlieren. Aber sowohl im Job als auch privat lernt man immer wieder etwas dazu, wenn es um das Thema Abgrenzung geht.
BUZ. Wie reagieren Sie, wenn Projekte anders verlaufen als geplant?
Zingg: Ich würde sagen, das passende Wort wäre "angriffslustig". Ich stelle mich sehr gerne auf neue Situationen ein und freue mich fast darauf, wenn unerwartete Probleme auftauchen. Dann sind Brainstorming, Konzeptionieren und langfristiges Denken gefordert, jedoch gepaart mit der Fähigkeit, auch mal einen schnellen Nagel einschlagen zu können. Ich denke, genau da liegen meine Stärken.
BUZ: Gibt es ein Erlebnis in der Natur, das Sie besonders beeindruckt hat?
Zingg: Bei einem Ausflug in den "White Desert National Park" in Ägypten sass ich alleine auf einer Düne unter klarem Sternenhimmel. Vor mir gab es nichts als Sand, der durch den Wind geformt wurde, und Felsformationen, die älter sind als alles, was man kennt. Das Ganze war in Sternenlicht getaucht. Ich konnte die Milchstrasse mit blossem Auge erkennen.
BUZ: Welche Werte leiten Sie im Berufsalltag?
Zingg: Ehrlichkeit, Pflichtbewusstsein, Loyalität, Langfristigkeit, Dynamik und Diskussionsbereitschaft. Ideen müssen besprochen und diskutiert werden und Verantwortung muss übernommen werden. Man muss sich der Situation anpassen können, ohne dabei das Ziel aus den Augen zu verlieren. Wenn Fehler passieren, sollte man zu ihnen stehen.
BUZ: Was fällt Ihnen leichter als anderen Menschen?
Zingg: Geselligkeit. Ich gehe sehr gerne auf Menschen zu und lerne sie kennen. Mir ist eine Bindung zu anderen Menschen wichtig, sie ist die Grundlage für eine gute Zusammenarbeit im Team und für Freundschaften.
BUZ: Wenn Sie eine Sache neu lernen könnten, was wäre das?
Zingg: Sprachen. Ich würde sehr gerne viel mehr Sprachen beherrschen, sei es Italienisch, Arabisch, Spanisch oder Mandarin. Es gibt vieles auf der Welt, wie Kultur, Musik oder Essen, das sich einem erschliesst, wenn man die Sprache beherrscht.
Aber auch meine medizinischen Fähigkeiten würde ich gerne weiter vertiefen. Anzeichen für dieses Interesse erkennt man in meiner ehrenamtlichen Tätigkeit als Samariter.
BUZ: Welche kleine Gewohnheit sorgt bei Ihnen für Wohlbefinden?
Zingg: Manche Menschen machen Yoga, ich mache Soffritto. Meine kleine Gewohnheit ist ein Ritual, das exakt 2 Stunden und 40 Minuten dauert und zuverlässig für Seelenfrieden sorgt. Und wenn ich keine Zeit habe, mein Lieblingsessen zu kochen reicht es auch, mich zwei Minuten auf den Atem zu konzentrieren und Achtsamkeit zu üben.
Foto-Quiz: Wo ist das?
Wie gut kennen Sie das Baselbiet? Machen Sie mit und schreiben Sie uns, wo diese Fotografie aufgenommen wurde. Bitte nennen Sie uns die Ortschaft und die Strasse. Unter den richtigen Antworten verlosen wir ein Moleskine Notizbuch A5 mit Prägedruck der Bau- und Umweltschutzdirektion sowie einen Caran d'Ache Kugelschreiber mit BUD-Schriftzug inklusive Etui. Viel Glück!

Mailen Sie uns Ihre Antwort bis zum 20. Mai 2026 an: info.bud@bl.ch. Der/die Gewinner/in wird per E-Mail informiert und in der nächsten Ausgabe der BUZ erwähnt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Über den Wettbewerb wird keine Korrespondenz geführt. Ein Umtausch oder eine Barauszahlung des Preises ist ausgeschlossen. Von der Teilnahme ausgeschlossen sind die Mitarbeitenden der Abteilung Kommunikation der BUD sowie deren Angehörige. Die Daten der Teilnehmenden werden nur für die Durchführung dieses Wettbewerbs verwendet.
In der BUZ Nr. 122 war die Neue Bahnhofstrasse in Muttenz abgebildet. Der Gewinner des Foto-Quiz aus der letzten BUZ heisst Hans-Ruedi Schmid. An dieser Stelle nochmals herzlichen Glückwunsch!
